Pressemitteilung:

02. Mai 2019

„Eine große Chance“

Kreisfreiheit, Neubau, LBB: Dr. Sascha Raabe informiert sich bei der Agentur für Arbeit

Hanau. Die niedrigsten Arbeitslosenzahlen aller Zeiten für einen April in der Region Hanau sind für die Agentur für Arbeit (AA) kein Grund, sich zurückzulehnen. Neubau des Behördenhauses, die Folgen einer Hanauer Kreisfreiheit, die Einführung der lebensbegleitenden Berufsberatung (LBB): Von einer Vielzahl an Maßnahmen und Vorhaben berichtete Heike Hengster, Vorsitzende der Geschäftsführung, dem Bundestagsabgeordneten Dr. Sascha Raabe, den sie zu einem Informationsgespräch in ihr Büro am Hauptbahnhof eingeladen hatte. „Heike Hengster ist engagiert, sehr offen und stets im Gespräch mit den Leuten, weshalb sie für mich eine Top-Besetzung für diese Aufgabe ist“, lobte der SPD-Politiker die Diplom-Volkswirtin, die die AA in Hanau seit 2015 leitet.
2020 soll der Startschuss für den Neubau fallen, für den das alte Berufsinformationszentrum (BIZ) und die leer stehende Hausmeisterwohnung weichen werden. Die Entscheidung sei bereits vor der Bekanntgabe der Kreisfreiheits-Pläne der Stadt Hanau erfolgt, berichtete Hengster. Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung habe ergeben, dass ein Neubau rentabler als eine notwendige Kernsanierung sei. Sollte Hanau kreisfrei werden, könnte die Stadt mit einem Behördengebäude quasi andocken. Die Ausschreibung läuft. Für spätestens 2023 ist die Eröffnung avisiert. „Dieser Schulterschluss wäre eine große Chance für Langzeitarbeitslose aus Hanau, weil die Betreuung dann aus einer Hand erfolgen würde“, sagte Hengs-ter. Aktuell ist der Kreis mit dem KCA zuständig für Menschen, die Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beziehen. Hengster sieht die AA gut gerüstet für die Kreisfreiheit, weil die Zusammenarbeit mit der Stadt mindestens ebenso gut laufe wie mit dem Kreis.

Aktuell erfolgt die Qualifizierung der AA-Mitarbeiter für die Einführung der lebensbegleitenden Berufsberatung (LBB). Ab Sommer soll schrittweise ein ganzes Bündel an Maßnahmen greifen, um Schüler früher und intensiver, aber auch länger auf ihrem Karriereweg zu begleiten – erstmalig dann auch während des Berufslebens. „Wir schauen, dass kein Jugendlicher verloren geht“, sagte Hengster, die für einen sogenannten Eingliederungszuschuss für Auszubildende plädiert. Raabe sagte zu, diesen Wunsch an die zuständigen Gremien in Berlin weiterzuleiten. Ein bestehender Paragraf existiert bislang nur für Arbeitnehmer. „Das ist eine gute Idee, weil auf diesem Weg auch junge Menschen mit schwierigen Bildungsbiographien auf dem Ausbildungsmarkt leichter Chancen erhalten würden“, lobte Raabe. Einig sind sich AA-Chefin und Bundestagsabgeordneter, dass das Handwerk nach wie vor gol-denen Boden habe. Ein guter Realschulabschluss und eine Ausbildung ermöglichen auch später noch ein Studium. Und das System sei so durchlässig, sagte Hengster, dass man auch vom Azubi ganz weit nach oben aufsteigen könne. Beide unterstützen zudem die Initiative von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen für Paketzusteller.

Der Arbeitsmarkt boomt, aber erste Grauschleier sind im Main-Kinzig-Kreis zu sehen. „Es brennt an vielen Stellen“, sagte Raabe mit Blick auf drohenden Arbeitsplatzabbau bei Dunlop, Norma, Thermo Fisher und Veritas. Auch Hengster registriert seit Oktober „unheimlich viel Bewegung“. Das Angebot an freien Arbeitsstellen sei deutlich zurückgegangen. Die Arbeitgeber würden sich mehr Zeit mit Neubesetzungen lassen. „Bei uns stehen die Menschen Schlange, zum Glück kriegen wir sie aber schnell wieder in Arbeit“, sagte Hengster, die versprach: „Wir stecken in jeden Fall viel Manpower hinein.“

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