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12. August 2019
Gastkommentar im Hanauer Anzeiger

17 Ziele für eine bessere Welt

Kennen Sie die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen? Wahrscheinlich nicht, denn in den Medien wird darüber kaum berichtet. Das ist schade, denn es handelt sich dabei um das wichtigste Arbeitsprogramm der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2030. Es geht unter anderem darum, Hunger und Armut weltweit zu überwinden, Ungleichheiten zu verringern, das Klima zu schützen, menschenwürdige Arbeit für alle zu fördern und Städte inklusiv, sicher und nachhaltig zu machen. Deutschland hat diese Ziele ebenso wie alle anderen Staaten dieser Erde im Jahr 2015 unterschrieben und sich gemeinsam zur Umsetzung bis zum Jahr 2030 verpflichtet.
Bei der jährlichen UN-Überprüfungskonferenz der Fortschritte, an der ich Mitte Juli gemeinsam mit Fachkollegen aller Fraktionen in New York teilgenommen habe, waren die Ergebnisse in wichtigen Bereichen leider erschütternd: Die Zahl der Hungernden sinkt nicht, sondern steigt besonders in Afrika auf nun über 820 Millionen Menschen weltweit.
Die Ursachen reichen von unfairen Handelsbedingungen über schlechte Regierungsführung, Konflikten und Kriegen bis hin zu vermehrten Dürren durch die Klimaerwärmung. Wir dürfen nicht länger zusehen, wie sich die Probleme auf unserem Nachbarkontinent verschärfen. Dazu brauchen wir endlich faire Handelsverträge und dürfen Afrika nicht nur als „Rohstofflieferant“ ausnutzen. Weiterverarbeitung, Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze müssen vor Ort entstehen. Dazu kann auch die Entwicklungszusammenarbeit beispielsweise durch verstärktes Engagement bei der schulischen und beruflichen Bildung helfen. Deshalb werde ich bei den Haushaltsberatungen im Herbst wieder dafür kämpfen, dass wir hierfür mehr Geld zur Verfügung stellen und unsere internationalen Zusagen (0,7-Prozent ODA-Quote) endlich erfüllen.

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