Statement:

23. September 2019
Gastkommentar im Hanauer Anzeiger 23.09.2019

Jeder kann das Klima schützen

Nach langen Verhandlungen hat sich die Regierung auf ein großes Paket von Klimaschutzmaßnahmen verständigt. Den einen gehen die Vorschläge zu weit, den anderen nicht weit genug. Dabei sollte man immer berücksichtigen, dass Deutschland eines der ganz wenigen Länder ist, die aus der Atomenergie und aus der Kohle aussteigen. Einige Staaten lassen sich beim UN-Gipfel in New York hingegen dafür feiern, dass sie früher als wir aus der Kohle aussteigen und verkünden gleichzeitig stolz, dass sie neue Atomkraftwerke bauen. Ich finde, dass in dem vorgelegten Klimaschutzprogramm viele gute und sinnvolle Punkte enthalten sind. So ist beispielsweise die Senkung der Mehrwertsteuer für Fernbahnfahrten eine Maßnahme, die das Klima schützt und gleichzeitig umweltbewusst fahrende Bürger finanziell entlastet. Fliegen wird hingegen teurer, um die Senkung bei den Bahnpreisen zu finanzieren. Zum Nulltarif und ohne Verhaltensänderungen ist Klimaschutz eben nicht zu haben. Wer sich beispielsweise ein Elektroauto oder ein Fahrzeug kauft, das wenig Benzin verbraucht, wird auch künftig finanziell nicht stärker belastet. Wer unbedingt ein SUV braucht, muss halt mehr zahlen. Zum Klimaschutz muss und kann jeder einen Beitrag leisten. Wenn wir alle weniger Fleisch essen würden, wäre sehr viel für den Klimaschutz getan. Dadurch würden auch Regenwälder geschützt, die für die Fleisch- und Futtermittelproduktion zur Zeit brennen. Neben unseren nationalen Klimazielen ist es auch wichtig für internationalen Klimaschutz mehr Mittel zur Verfügung zu stellen, damit in Entwicklungsländern Menschen Zugang zu erneuerbaren Energien erhalten und keine Dieselgeneratoren zur Stromerzeugung nutzen oder Holz zum Kochen verwenden müssen. Klimaschutz ist eine globale Aufgabe. Packen wir sie an!


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