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19. Februar 2020

„Das Jahr des Baugesetzbuches“ als Chance für Hanau

Sportsfield Housing: Dr. Sascha Raabe beschert Stadt Unterstützung von MdB Bernhard Daldrup
+Das Jahr des Baugesetzbuches als Mutmacher für Hanau: Bernhard Daldrup, machte sich mit Oberbürgermeister Claus Kaminsky, MdB Dr. Sascha Raabe und Bürgermeister Axel Weiss-Thiel (von links) ein Bild von Sportsfield Housing.

Hanau. Die Stadt Hanau erhält weitere prominente Unterstützung in ihrem Kampf für die Weiternutzung der vom Abriss bedrohten 22 Häuser mit rund 400 Wohnungen der Sportsfield Housing. Auf Vermittlung des für die Brüder-Grimm-Stadt zuständigen SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Sascha Raabe machte sich Bernhard Daldrup, Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion im Ausschuss für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen, persönlich ein Bild von den über Jahrzehnten von der US-Armee genutzten Gebäuden im Stadtteil Wolfgang. „Es wäre angesichts der Kapazitätsgrenzen der Bauindustrie fahrlässig, solch eine Siedlung abzureißen, und angesichts der investierten Millionen widersinnig, die Siedlung nicht mehr zu nutzen“, sagte Daldrup, der zusicherte, das Anliegen der Stadt Hanau „konstruktiv zu begleiten“.

Daldrup kann seine Erkenntnisse aus Hanau unmittelbar in die Arbeit in Berlin einfließen lassen. „Es ist ein sehr guter Zeitpunkt, zu dem dieses Problem auftaucht“, erkannte Dr. Sascha Raabe. Denn aktuell wird in der Hauptstadt die Novellierung des Baugesetzbuches vorbereitet. Die Gespräche, die von der Stadt Hanau geforderte Experimentierklausel oder sogar die neue Gebietskategorie „urbanes Wohngebiet“ in das Gesetz zu verankern, würden laut Daldrup in den nächsten Wochen anstehen. „Wir brauchen starke Städte“, sagte der Bau-Experte aus Niedersachsen und sprach von einer „günstigen Ausgangslage“.

Der Knackpunkt der Causa Sportsfield Housing ist: Die Häuser wurden unmittelbar an der Bahnlinie und in Blickweite der Produktionsstätte des Reifenherstellers Dunlop von der US-Armee ohne Bebauungsplan errichtet. „Lärm und Geruch sind die Probleme, am Ende bleibt der Geruch“, erklärte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, der gemeinsam mit Bürgermeister Axel Weiss-Thiel den „Mann, der kommunale Selbstverwaltung atmet“ (Kaminsky) empfangen hatte. Am Ende bleibe der Geruch, denn „die Dunlop riecht manchmal, aber noch nie so wenig wie heute“. Kaminsky habe noch nie eine Beschwerde darüber erhalten. Auch Raabe stimmte zu, dass er in seinen 17 Jahren als Bundestagsabgeordneter noch nie eine Beschwerde eines Bürgers über Geruch und Lärm der Dunlop erhalten habe.

Bernhard Daldrup machte der Stadtspitze mit einem Beispiel Mut. Auch die Hafencity Hamburg hätte wegen der Lärmgrenzen eigentlich nicht realisiert werden können. Erst das so genannte „Hamburger Fenster“ habe den Weg geebnet. 2020 sei das Jahr des Baugesetzbuches. Es gelte, rechtliche Normen zu schaffen und keine „Second-Best-Lösung, die man nur den Hanauern zumutet“. „Es besteht ein großes gesellschaftlicher Konsens, Sportsfield Housing zu erhalten“, bilanzierte Raabe, der es toll findet, dass Bernhard Daldrup seine Unterstützung anbietet.



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