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06. April 2020
Gastkommentar im Hanauer Anzeiger

Schutz für alle

Ich finde es toll, dass so viele Bürger(innen) in Hanau und ganz Deutschland zurzeit in Eigeninitiative Mund-Nasen-Masken schneidern und basteln. Jeder kann unbemerkt Träger des Virus sein. Um eine Tröpfcheninfektion auf andere zu verhindern, muss man den Ausstoß der eigenen Tröpfchen vermindern. Bereits eine in wenigen Minuten selbst gebastelte einfache Maske verringert erheblich das Risiko, andere Menschen mit dem Coronavirus beim Husten oder Sprechen anzustecken. Und wenn alle eine solche Maske tragen, kann man auch selbst kaum angesteckt werden. In den asiatischen Ländern, die erfolgreich bei der Eindämmung des Virus waren, hat das flächendeckende Tragen von Mund-Nasen-Masken eine entscheidende Rolle gespielt. Deshalb bin ich für eine bundesweite Verpflichtung, dass alle Menschen einfache Masken in geschlossenen öffentlichen Räumen tragen müssen. Dann könnten als Teil einer Exitstrategie nach dem 20. April unter Wahrung vernünftiger Abstände u.a. alle Einkaufsgeschäfte wieder öffnen und auch schrittweise soziales und kulturelles Leben in Bürgerhäusern oder Museen wieder stattfinden. Auch das Fahren mit Bahn und Bus würde wesentlich sicherer als jetzt werden. Oft wird eingewendet, dass die Masken dann für medizinische Einrichtungen fehlen würden. Dabei wird übersehen, dass die einfachen Masken, die Textilhersteller, Schneidereien und viele Bürger(innen) zurzeit selbst in Deutschland anfertigen, für den medizinischen Bereich gar nicht zugelassen sind. Somit stehen diese einfachen Masken auch nicht in Konkurrenz zu den in der Tat dringend benötigten, zertifizierten medizinischen Schutzmasken, die meist im Ausland produziert werden. In diesem Sinne nutzen Sie die Osterfeiertage zu Hause und bemalen Sie diesmal nicht nur Eier, sondern basteln Sie auch Masken!


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