Meldung:

15. Dezember 2016

„An einem ruhenden Punkt angekommen“

Dr. Sascha Raabe als „Lebendiger Adventskalender“ im Wohnstift
+Gespräch mit einer Zeitzeugin auf Tonband festgehalten: Jutta Grünberg und Dr. Sascha Raabe im Wohnstift Hanau.

Hanau. Das Laufen fällt schwer, aber geistig ist sie top-fit. Jutta Grünberg ist nach einem turbulenten Leben „an einem ruhenden Punkt angekommen“, wie sie es ausdrückt. Die Entscheidung für das Leben im Seniorenheim hat die 82-Jährige ganz bewusst selber getroffen. Und sie fühlt sich wohl im Wohnstift Hanau. Dort besuchte sie der Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe im Rahmen des „lebendigen Adventskalenders“. Mit der Aktion hat Pfarrerin Gesine Krotz vom Verein „vereint helfen“ seit über zehn Jahren die schöne Tradition geschaffen, Menschen, die in den Hanauer Seniorenwohnheimen leben, einen Besuch abzustatten und dabei ihre Lebensgeschichte auf Tonband festzuhalten.

Die Kriegserlebnisse und der Umzug ins Rhein-Main-Gebiet haben Jutta Grünbergs Leben geprägt. Die gebürtige Berlinerin hatte als junges Mädchen die Kriegswirren und Bombenangriffe hautnah miterlebt, wurde verschickt, kam zu-rück, lernte mit 15 Jahren ihren späteren Mann „Kurtchen“ kennen. „Es war für mich jeden Tag eine Freude, zur Arbeit zu gehen, weil ich einen sauberen, schönen Beruf hatte, der große Exaktheit erforderte“, blickte sie auf 40 Jahre Tätigkeit als Technische Zeichnerin bei Siemens zurück. 1971 schickte der Weltkonzern sie und ihren Mann, der bei Siemens als Konstrukteur arbeitete, nach Frankfurt – zu-nächst ein Schock. „Die Ausstattung in der Firma war wie direkt nach dem Krieg. Und als ich das erste Mal das Mainufer gesehen habe, dachte ich, die könnten hier ruhig mal aufräumen“, erzählte Grünberg dem Politiker.
Doch das Rhein-Main-Gebiet und Frankfurt, das ihr nach Berlin zunächst „wie ein Dorf“ erschien, habe sich richtig gut entwickelt – ebenso wie ihr Leben im Wohnstift Hanau.
Trotz einiger Widrigkeiten in ihrem Leben setzt sie auf das Motto „So wie es kommt, wird es richtig sein“.
Für Sascha Raabe ist der „lebendige Adventskalender“ ebenfalls eine schöne Tradition. „Als ‚lebendiger Adventskalender‘ darf ich interessante Gespräche mit Bewohnerinnen und Bewohnern unserer Seniorenheime führen. Frau Grünberg hat eine spannende Lebensgeschichte und ist eine echte Zeitzeugin. Insbesondere die Schilderungen, wie sie als Kind die Kriegstage in Berlin erlebte, waren eindrucksvoll und zeigen, wie wichtig Frieden ist“, so Raabes Resümee.





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