Pressemitteilung:

29. Juni 2017

Weiter Einsatz gegen „Seehofer-Stromtrasse“

Raabe zu Gespräch bei Energiestaatssekretär Baake

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe leistet weiter Überzeugungsarbeit, um den Bau einer Stromtrasse quer durch den Main-Kinzig-Kreis zu verhindern. Dieser Tage ist er bei Staatssekretär Rainer Baake im Bundeswirtschaftsministerium vorstellig geworden. Baake ist im Ministerium für alle Fragen der Energiewende zuständig. Raabe zeigte sich am Ende zufrieden: „Ein sehr gutes Gespräch. Ich bin optimistisch, dass die Trassenführung am Ende nicht nach den Wünschen von Herrn Seehofer, sondern ausschließlich anhand objektiver Kriterien entschieden wird. Und die sprechen ganz klar für uns.“

Konkret geht es um die Pläne für den Ausbau der 380 KV-Drehstromleitung von Mecklar nach Urberach, die Raabe als „unsinnig“ kritisiert. Die Prüfung dieser Trassenvariante, die anders als die ursprünglich geplante Leitung nach Grafenrheinfeld durch Hessen und nicht direkt nach Bayern verlaufen würde, war erst auf Druck des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer notwendig geworden. Im Main-Kinzig-Kreis wären davon 12 Kommunen von Schlüchtern bis Hanau betroffen. Schon im vergangenen Jahr hatte Raabe gemeinsam mit der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler dem Präsidenten der Bundesnetzagentur Jochen Homann ein Sachverständigengutachten des Kreises zu den Folgen des Projekts übergeben.
„Die Siedlungsannäherungen und damit die unmittelbare Betroffenheit der Bürgerinnen und Bürger wäre im Vergleich zur Ursprungsvariante unverhältnismäßig viel höher. Der Main-Kinzig-Kreis ist derzeit eine der zuzugsstärksten Regionen im Raum Frankfurt. Der Neubau einer zweiten Mastreihe neben den bereits bestehenden Masten würde neue Baugebiete dort unmöglich machen“, mahnte Raabe im Gespräch mit Baake deutlich. Alles was man wolle, so Raabe weiter, sei eine faire Entscheidung, die sich nach objektiven und nicht nach politischen Kriterien richte. Raabe verwies darauf, dass das Ergebnis der Prüfung der beiden Trassenvarianten durch die Experten der Übertragungsnetzbetreiber eindeutig sei. So heißt es im aktuellen Entwurf zum Netzentwicklungsplan 2030 unmissverständlich, dass die ursprünglich geplante Trasse „aufgrund der netztechnischen Effizienz vorzuziehen“ sei. „Auch vom technischen Standpunkt aus gesehen macht die Trassenführung durch unseren Kreis also überhaupt keinen Sinn“, so Raabe.
Staatssekretär Baake stimmte Raabe zu, dass es eine sachliche Entscheidung geben müsse. „Wir wollen die Energiewende zu einer Erfolgsgeschichte machen, denn Deutschland hat hier weltweit eine Vorbildfunktion. Das kann nur gelingen, wenn wir die Menschen mitnehmen und beim notwendigen Netzausbau die Interessen der Bürgerinnen und Bürger soweit wie möglich berücksichtigen. Vor allem müssen die Entscheidungen transparent sein und nach fachlichen und objektiven Kriterien erfolgen. Dementsprechend prüft derzeit die Bundesnetzagentur den Netzausbaubedarf durch entweder Netzverstärkung und -ausbau zwischen Mecklar und dem bayerischen Bergrheinfeld (früher Grafenrheinfeld) oder eine Netzverstärkung von Mecklar über Dipperz nach Urberach“, erklärte Baake.



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