Pressemitteilung:

13. Juli 2017

Moderne Jugendhilfe mit sehr innovativen Methoden

Dr. Sascha Raabe informiert sich über Arbeit des Albert-Schweitzer-Kinderdorfes
+24 Stunden einsatzbereit: Geschäftsführender Vorstand Dr. Wolfram Spannaus, Öffentlichkeitsreferentin Gundula Hoffmann, Bundestagsabgeordneter Dr. Sascha Raabe und die pädagogische Mitarbeiterin Margarete Jorda (von links)

Hanau. „Es ist schade, dass es so eine Einrichtung überhaupt geben muss. Aber wenn es sie nicht gäbe, würde es für viele Kinder noch düsterer aus-sehen“, fasste Dr. Sascha Raabe seine Eindrücke vom Besuch des Albert-Schweitzer-Kinderdorfes (ask) zusammen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete habe beim Informationsaustausch in der Einrichtung in Hanau „viel Neues mitgenommen“.
„Wir arbeiten mit sehr differenzierten Konzepten“, erklärte Dr. Wolfram Spannaus, der sich über das Interesse Raabes freute, weil in der Öffentlichkeit „wenig darüber bekannt ist, wie moderne Jugendhilfe funktioniert“. Der geschäftsführende Vorstand des ASK Hessen berichtete gemeinsam mit Öffentlichkeitsreferentin Gundula Hoffmann über die allgemeine Arbeitsweise und einige Besonderheiten der Hilfeeinrichtung für Kinder und Jugendliche. 220 Mitarbeiter betreuen in den sechs Wohneinheiten in Hanau und 52 Außenstellen in der Region knapp 300 Kinder und Jugendliche. Die Palette der Hilfeleistungen reicht von der klassischen Familienberatung über Familienwohngruppen und Intensivgruppen für sexuell grenzverletzende Jungen bis hin zum Krisenzentrum mit Inobhutnahme, wo sich Spezialisten um rund 100 akute „Krisenfälle“ pro Jahr kümmern.
Überforderung, extreme Belastungen, Gewalt, Alkohol, Vernachlässigung, sexueller Missbrauch – die Ursachen, dass das ASK aktiv werden muss, sind ebenso vielfältig wie die Konzepte, mit denen Psychologen und Sozialarbeiter reagieren. „Als erstaunliche Geschichte, die sich langsam bundesweit ausbreitete“, bezeichnete Spannaus die Familienklassen. Kinder und auch deren Eltern kommen an einem Tag die Woche zusammen, um den Schulalltag der Kinder zu begleiten und an Lösungen für das Zusammenleben zu arbeiten. „Wenn negative Zuwendungen vermieden werden, ist schnell ein Ende des Schreiens erreicht, und die Kinder blühen oft nach kurzer Zeit auf“, berichtete Spannaus. Sechs Klassen gibt es am zweiten hessischen ask-Stützpunkt in Wetzlar, eine an der Brüder-Grimm-Schule Hanau. Einzigartig in Deutschland sei die so genannte „Hanauer Gruppe“, in der Kinder für sechs Monate fest untergebracht werden und parallel auf-suchende Arbeit bei den Familien erfolgt.
Die Stadt Hanau unterstütze die Einrichtung. „Das Jugendamt hat uns er-klärt, dass die Arbeit des ask der Stadt zu einer Kostenersparnis von einer Million Euro verholfen habe“, berichtete Spannaus mit Stolz. Dennoch bleibe die Finanzierung problematisch. Kommunen und öffentliche Träger scheuen oft die Kosten für eine intensive und schneller Erfolg bringende Therapie. „Das ask verrichtet eine anspruchsvolle Aufgabe mit sehr innovativen Methoden und bringt Licht und Hoffnung in das Leben vieler junger Menschen “, zollte Raabe den Mitarbeitern Respekt.



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