Pressemitteilung:

30. Mai 2018

Gravierender Imageschaden droht

Stellenabbau: Degen und Raabe reden Klartext mit Geschäftsleitung von Thermo Fisher
+Überzeugungsarbeit leisten, aber auch klare Kante zeigen: SPD-Bundestagsabgeordneter Dr. Sascha Raabe (links) und Landtagsabgeordneter Christoph Degen überreichten an Thermo-Fisher-Geschäftsführer Elmar Rübsam eine Protestnote des SPD-Unterbezirksverbande

Langenselbold. Ihren Unmut und ihre Empörung über den geplanten Abbau von 101 Stellen bei Thermo Fisher haben Dr. Sascha Raabe und Christoph Degen bereits in einer gemeinsamen Pressemitteilung kundgetan. Bei einem Besuch des Labortechnik-Unternehmens in Langenselbold überreichten der Bundestagsabgeordnete und der Landtagsabgeordnete an Geschäftsführer Elmar Rübsam eine Protestnote des SPD-Unterbezirks Main-Kinzig, die auch Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler unterzeichnet haben.

Klare Kante zeigen, aber auch Überzeugungsarbeit leisten: In einem sehr konstruktiven Gespräch machten beide Seiten deutlich, dass die „Suche nach einer Kompromisslinie“ im Vordergrund stehe. „Thermo Fisher muss sich im Klaren sein, dass in erster Linie 101 Einzelschicksale auf dem Spiel stehen, aber auch ein gravierender Imageschaden für ein Unternehmen von bislang bestem Ruf droht“, machte Raabe deutlich. Stellenabbau bei gleichzeitig hohen Unternehmensgewinnen, dazu die Gewerbesteuer-Rückerstattung von 23 Millionen Euro durch die Stadt Langenselbold, würden die Firma in der öffentlichen Wahrnehmung in ein schlechtes Licht rücken. „Das riecht nach Raubtierkapitalismus, nicht nach dem Verhalten eines ehrbaren Kaufmanns“, befand Raabe.

Bei einer Firma, die rote Zahlen schreibe, wäre ja noch ein Grund-verständnis vorhanden, aber die derzeitigen Pläne von Thermo Fisher hätten einen ganz bitteren Beigeschmack, ergänzte Degen und unterstrich als Chef der Main-Kinzig-SPD: „Die Arbeitnehmer hier sind keine Spielfiguren wie auf einem Brettspiel. Wenn die Unternehmensspitze in den USA mit Menschen spielt als seien es Spielfiguren, dann geht das zu weit. Ein Unternehmen wie Thermo Fisher hat eine Verantwortung für seine Angestellten, die seit vielen Jahren der Firma treu dienen. Wir werden nicht aufhören, an der Seite der Angestellten die Unternehmensführung daran zu erinnern“.
Der Konzern aus den USA plant, bis Sommer 2019 exakt 101 der 750 Stellen in Langenselbold nach Ungarn und Schottland zu verlagern, wo die Bereiche Auftragsabwicklung und Buchhaltung gebündelt werden sollen. Produktion, Forschung und Entwicklung bleiben unverändert in der Gründaustadt. Bundestagsabgeordneter Raabe äußerte sein Unverständnis, dass ein Unternehmen durch die Verlagerung ein hohes Risiko eingehe, weil Wissen, Begeisterung und Engagement vieler langjähriger Mitarbeiter verloren gehe, die das Unternehmen erst zu dem gemacht haben, was es heute ist. Im digitalen Zeitalter sei es möglich, Kundenbetreuung von jedem Ort aus abzuwickeln. Das Lohnniveau in Ungarn ist in etwa zwei Drittel niedriger als in Deutschland. „Hier liegen wohl die wahren Beweggründe. Es geht nur um Zahlen. Die Moral bleibt auf der Strecke“, bilanzierte Raabe.
Die SPD-Politiker waren sich letztlich einig, dass es darum gehe, Überzeugungsarbeit bei der Konzernmutter in den USA zu leisten. „Wir werden den Kontakt zur Geschäftsführung aufrecht erhalten“, konstatierte Degen.




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