Pressemitteilung:

28. September 2018
Spitzentechnologie in der Nische und ein Problem

MdB Dr. Sascha Raabe besucht mit Landtagskandidatin Jutta Straub die Firma ALD

Hanau. Wenn Flugzeugtriebwerke leistungsfähiger werden, ein Getriebe länger als ein Autoleben hält oder 3D-Drucker komplizierte Teile erstellen, dann ist auch ein gutes Stück Wissen und Spitzentechnologie „Made in Hanau“ im Spiel. Die Bitte der Geschäftsleitung um Unterstützung nutzte der Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe, um gemeinsam mit der Hanauer Landtagskandidatin Jutta Straub (SPD) die Firma ALD Vacuum Technologies in Wolfgang zu besuchen.
„Ich freue mich, ein Unternehmen näher kennenlernen zu dürfen, das dank großer Innovationskraft sehr guten Wachstumsprognosen entgegenblickt“, sagte der SPD-Politiker über den „dominierenden Player in Nischenmärkten“.

ALD zog vor zweieinhalb Jahren auf das Gelände der ehemaligen PX der US-Armee um. Seitdem ist die Zahl der Mitarbeiter von 320 auf rund 500 gewachsen – Tendenz steigend. Der Baubeginn für ein drittes Gebäude steht bevor. Ein „extrem breites Spektrum“ und die Maxime „Evolution statt Revolution“ nannten Geschäftsführer Professor Dr. Markus Holz und der Leiter der technischen Entwicklung, Henrik Franz, als Gründe für den Erfolg. ALD ist ein Spezialist für Vakuum-Wärmebehandlung sowie für Pulververdüsung, Schmelzanlagen sowie Gieß- und Beschichtungssysteme in der Metallurgie. Vereinfacht ausgedrückt: Von ALD konzipierte Anlagen sorgen dafür, dass Metalle extreme mechanische Beanspruchungen aushalten und dank einer speziellen Keramikbeschichtung Temperaturen weit über ihrem Schmelzpunkt eingesetzt werden können. Ein Beispiel: Turbinenschaufeln arbeiten dank „Thermal Barrier Coatings“ von ALD bei circa 1.400 Grad Celsius. So können Triebwerke höhere Leistung entwickeln - bei weniger Kerosinverbrauch, mit weniger Lärm und damit signifikant reduzierter
Umweltbelastung.
„Kein Autohersteller, kein Zulieferer und kein Luftfahrtkonzern
kommt ohne Produkte von ALD aus“, erklärte
Geschäftsführer Holz selbstbewusst. Auch ein höherer
Marktanteil für Elektroautos werde nichts daran ändern, dass
man von einem „weiter steigenden Markt“ ausgehe. Denn
auch „Stromflitzer“ benötigen mehrstufige Getriebe, um
energieschonend unterwegs zu sein. Straub und Raabe
zeigten sich zudem beeindruckt, dass ALD nicht nur Spitzentechnologie schaffe, sondern auch große Verantwortung bei
den Themen Umwelt- und Arbeitsschutz zeige.
Unterstützung signalisierte Raabe beim aktuell drängendsten
Problem: ALD sieht sich im Geschäft mit China und
Russland mit einer großen Planungsunsicherheit durch eine
extrem verschärfte Exportsituation konfrontiert. Genehmigungen
durch das Bundesamt für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn für den Export so genannter
Dual-use-Technologie bei Pulvererzeugung für den
3D-Druck und Gießanlagen verzögerten sich erheblich, insbesondere
bei ablehnenden Bescheiden. Raabe versprach,
sich mit einem eindringlichen Brief an den zuständigen
Staatssekretär im Wirtschaftsministerium zu wenden, um die
ALD zu unterstützen.

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