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28. September 2019
Bericht aus Berlin vom 28.09.2019

Klima gemeinsam schützen

Nach langen Verhandlungen hat sich die Regierung auf ein großes Klimaschutzpaket verständigt. Manchen gehen die Vorschläge zu weit, vielen anderen nicht weit genug. Dabei sollte man immer berücksichtigen, dass Deutschland eines der ganz wenigen Länder ist, die zugleich aus der Atomenergie und aus der Kohle aussteigen. Einige Staaten lassen sich beim UN-Gipfel in New York hingegen dafür feiern, dass sie früher als wir aus der Kohle aussteigen und verkünden gleichzeitig stolz, dass sie neue Atomkraftwerke bauen. Ich finde, dass in dem vorgelegten Klimaschutzprogramm viele gute und sinnvolle Punkte enthalten sind. So ist beispielsweise die Senkung der Mehrwertsteuer für Fernbahnfahrten eine Maßnahme, die das Klima schützt und gleichzeitig umweltbewusst fahrende Bürger finanziell entlastet. Fliegen wird hingegen teurer, um die Senkung bei den Bahnpreisen zu finanzieren. Zum Nulltarif und ohne Verhaltensänderungen ist Klimaschutz eben nicht zu haben. Deshalb wird auch eine CO2-Bepreisung für fossile Brennstoffe eingeführt. Damit die Menschen im ländlichen Raum und auch hier im Main-Kinzig-Kreis nicht zu hart belastet werden und sich auf die Veränderungen einstellen können, werden die Preissteigerungen bei Benzin, Diesel und Heizöl bis 2025 moderat ausfallen. Das gibt genug Zeit, um sich beispielsweise mit dem Kauf eines Autos zu beschäftigen, dass elektrisch angetrieben wird oder wenig Benzin verbraucht. Für die vielen Berufspendler(innen) bei uns im Kreis wird zudem die Pendlerpauschale deutlich erhöht. Auch wenn Grünen-Chef Robert Habeck das nicht weiß, profitieren von der Pendlerpauschale auch diejenigen, die mit der Bahn zur Arbeit fahren. Für die Bahn und den ÖPNV sind immense Investitionen vorgesehen, um das Zugfahren attraktiver zu machen. Ich finde es richtig, dass in dem Klimapaket auf die Belange der Menschen mit kleinem Einkommen im ländlichen Raum Rücksicht genommen wurde. Wer über ein hohes Einkommen verfügt oder in einer Großstadt wohnt, kann dies leicht kritisieren und eine Verdopplung der Benzinpreise fordern. Die ehrliche Kritik der vielen Schüler(innen) und Jugendlichen gefällt mir hingegen. Ich finde es klasse, dass sich so viele junge Menschen für mehr Klimaschutz engagieren. Ohne deren Engagement wären wir sicherlich nicht so weit gekommen. Egal ob in der Stadt oder auf dem Land, zum Klimaschutz kann jeder einen Beitrag leisten. Wenn wir beispielsweise alle weniger Fleisch essen würden, wäre sehr viel für den Klimaschutz getan. Dadurch würden auch Regenwälder geschützt, die für die Fleisch- und Futtermittelproduktion zurzeit brennen. Deshalb ist es neben unseren nationalen Klimazielen auch wichtig für internationalen Klimaschutz mehr Mittel zur Verfügung zu stellen, damit in Entwicklungsländern Menschen Zugang zu erneuerbaren Energien erhalten und keine Dieselgeneratoren zur Stromerzeugung nutzen oder Holz zum Kochen verwenden müssen. Klimaschutz ist eine globale Aufgabe. Packen wir sie an!




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