Statement:

30. Dezember 2019
Gastkommentar im Hanauer Anzeiger

Weihnachten für alle

Vielen von uns werden zu Weihnachten wieder Kinderaugen mit Geschenken zum Strahlen gebracht haben. Leider haben nicht alle Kinder auf der Welt dieses Glück. Die Zahl der Menschen, die in Hunger und extremer Armut leben, ist wieder auf über 820 Millionen gestiegen. Ich habe im vergangenen Jahr auf Dienstreisen wieder Kinder getroffen, die auf Kakaoplantagen oder in Bergwerken schuften müssen anstelle zur Schule zu gehen oder spielen zu können. Ich finde es toll, wie viele Menschen in Deutschland gerade zur Weihnachtszeit für die Ärmsten der Armen spenden. Bemerkenswert dabei ist auch immer, dass Geringverdiener prozentual besonders viel geben. Als Entwicklungspolitiker bin ich froh, dass wir im Bundestag im Haushalt 2020 das dritte Jahr in Folge jeweils eine Milliarde Euro mehr im Kampf gegen Hunger und Armut zur Verfügung gestellt haben.
Mit den privaten Spenden und öffentlichen Mitteln für die Entwicklungszusammenarbeit können wir vielen Kindern eine würdige Lebensperspektive ermöglichen. Gleichzeitig müssen wir gute Regierungsführung und verantwortungsvolles Verhalten von Unternehmen einfordern. Wir brauchen deshalb faire statt freie Handelsverträge, damit nur noch Waren in die Europäische Union importiert werden dürfen, die unter Einhaltung von Menschen- und Arbeitnehmerrechten und ohne Kinderarbeit hergestellt wurden. Unternehmen wollen wir mit einem Lieferkettengesetz ebenfalls gesetzlich zwingen diese Sorgfaltspflichten zu erfüllen. Einen Schritt haben wir mit der EU-Verordnung zu den sogenannten Konfliktmineralien bereits gemacht. Jetzt müssen weitere Schritte folgen, damit die Kinder überall auf der Welt eine glückliche Zukunft haben und das Weihnachtsfest genießen können.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein friedliches, gesundes und glückliches Jahr 2020!

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