Meldung:

23. März 2020
Gastkommentar im Hanauer Anzeiger

Solidarisch handeln

Die Corona-Krise hat unser Leben drastisch verändert. Wie in jeder Krise kommen nun das Beste und das Schlechteste im Menschen zum Vorschein. Zum Besten gehören all die Menschen, die anderen in diesen Tagen aufopferungsvoll helfen. Sei es ehrenamtlich beim Einkaufen für ältere Mitbürger(innen) oder hauptberuflich im Krankenhaus oder an der Kasse im Supermarkt. Zum Schlechtesten gehören die Menschen, die nur an sich selbst denken und die Regale in den Lebensmittelmärkten leer räumen, um sich auf Monate mit Proviant einzudecken. Dadurch fehlen anderen Mitmenschen Waren, die sie zum täglichen Leben brauchen. Für alle wäre genug da, wenn alle vernünftig und solidarisch einkaufen würden.
Auf gemeinsame Freizeitvergnügen zu verzichten und Abstand zu halten, um Schwächere und Alte zu schützen, ist auch ein Gebot der Solidarität. Die Politik – und damit wir als Gesellschaft und Steuerzahler insgesamt – muss nun auch Solidarität mit denjenigen zeigen, die aufgrund der zum Schutz der Gesundheit verhängten Verbote und Einschränkungen um ihren Arbeitsplatz oder ihre berufliche Existenz bangen. Das betrifft sehr viele Menschen. Mich erreichen stündlich Hilferufe von Kleinkünstlern und Solo-Selbstständigen über den Gastwirt bis zum Unternehmer. Aber auch viele Eltern, die jetzt ihre Kinder aufgrund der Schließungen von Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen, fragen sich, wie sie ihre Lohneinbußen auffangen können. Ich werde mich in dieser Sitzungswoche dafür einsetzen, dass wir im Deutschen Bundestag den Weg für großzügige, schnelle und unbürokratische Hilfen frei machen. Es zahlt sich nun im wahrsten Sinne des Wortes aus, dass wir in den vergangenen wirtschaftlich guten Jahren sparsam waren und finanzielle Reserven haben. Jetzt gilt es, großzügig und solidarisch zu helfen!

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