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27. April 2020
Gastkommentar im Hanauer Anzeiger

Weltweit helfen

Ab heute gilt in ganz Hessen eine Maskenpflicht, nachdem Hanau bereits mit gutem Beispiel vorangegangen ist. In allen Bundesländern müssen demnächst mindestens im ÖPNV und meist auch in Ladengeschäften Mund-Nasen-Schutz (Alltagsmasken) getragen werden. Ich hatte mich bereits seit Ende März für eine bundesweite Regelung eingesetzt und freue mich, dass nun endlich für mehr Sicherheit gesorgt wird. Der Nutzen ist wissenschaftlich zweifelsfrei nachgewiesen. Wenn alle eine Maske tragen, sind alle besser geschützt. Wenn zusätzlich weiterhin Abstandsregeln eingehalten werden, könnte das dazu führen, dass im Mai weitere Lockerungen verantwortungsvoll möglich werden. Es ist gut, dass der Koalitionsausschuss weitere Hilfen für kleine und mittlere Unternehmen, Gastronomiebetriebe und Beschäftigte in Kurzarbeit beschlossen hat. Die gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen in Deutschland, Europa und der ganzen Welt sind dramatisch. Viele Entwicklungsländer und insbesondere unser Nachbarkontinent Afrika steuern auf eine Katastrophe zu, weil in den dichtbesiedelten Armenvierteln der Großstädte keine räumliche Distanzierung möglich ist. Die Menschen stehen vor der Wahl zu Hause zu bleiben und zu verhungern oder arbeiten zu gehen. Gleichzeitig bricht die Wirtschaft zusammen. Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld gibt es dort nicht und die meisten Kinder haben ihre einzige warme Mahlzeit in der Schule bekommen, die nun geschlossen ist. Dazu kommt eine Bevölkerung, die zwar relativ jung, aber aufgrund von Mangelernährung und chronischen Krankheiten geschwächt ist und kaum Zugang zu medizinischer Versorgung hat. Deshalb müssen wir auch dringend erhebliche zusätzliche finanzielle Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe zur Verfügung stellen.


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