Statement:

11. Mai 2020
Gastkommentar im Hanauer Anzeiger

Neue Normalität

Im Bundestag haben wir in der letzten Woche wieder ein neues Hilfspaket auf den Weg gebracht mit höherem Kurzarbeitergeld, längerem Arbeitslosengeld und Unterstützung für Familien mit kleinem Budget sowie für Studierende, die wegen der Krise in eine finanzielle Notlage geraten sind. Es werden nicht die letzten Maßnahmen bleiben, um die gravierenden sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzumildern. Viele Solo-Selbstständige und Unternehmer sind nach wie vor in großer Not. Denn staatliche Hilfen ersetzen auf Dauer keine Umsätze. Deshalb ist es gut, dass nun Lockerungen beschlossen wurden, um beispielsweise in der Gastronomie und im Hotelgewerbe wieder mehr wirtschaftliches Leben zu ermöglichen. Aus vielen Zuschriften und Gesprächen weiß ich, dass es den einen mit den Öffnungen nicht schnell genug gehen kann während die anderen am liebsten alles geschlossen lassen würden. Beides finde ich keine verantwortungsvolle Position. Der jetzt eingeschlagene Weg ist meiner Ansicht nach richtig und vereint die erfolgreichen Ansätze aus anderen Ländern, die mit der Corona-Pandemie vergleichsweise gut zurechtkommen. Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen und das Einhalten von Abstandsregeln, wo immer es möglich ist, erlauben verantwortungsvoll eine neue Normalität bis ein Impfstoff zur Verfügung steht. Großveranstaltungen, Discoparties und große Feste werden bis dahin auch künftig nicht möglich sein. Fast alle anderen Bereiche können mit entsprechenden Konzepten aber wieder verantwortungsvoll geöffnet werden. Dazu gehören relativ problemlos fast alle Aktivitäten im Freien, weil eine Virusübertragung hier sehr unwahrscheinlich ist. Deshalb ist es gut, dass viele Sportvereine wieder los legen können. Denn das dient auch der Gesundheit.

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