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13. Juli 2020
Gastkommentar im Hanauer Anzeiger

Respektrente

Im Deutschen Bundestag haben wir in der vergangenen Woche ein SPD-Kernprojekt in dieser Legislaturperiode beschlossen: Die Einführung der Grundrente. Ich bin froh, dass uns das gegen den langen Widerstand der Union gelungen ist. Leistung und harte Arbeit müssen sich lohnen - und die Grundrente wird diesem Anspruch gerecht!
Die Grundrente ist keine Sozialhilfeleistung – ganz im Gegenteil. Sie wird durch eigene Arbeitsleistung erworben. Wer mindestens 33 Jahre lang bei geringer Bezahlung gearbeitet, Kinder erzogen, oder Angehörige gepflegt hat und eine niedrige Rente bezieht, hat ab Anfang 2021 einen Anspruch auf Grundrente und damit eine ordentliche Absicherung im Alter.
Die alleinstehende Floristin beispielsweise, die 40 Jahre voll gearbeitet hat, aber nur 40 Prozent des deutschlandweiten Durchschnittslohns verdient, konnte nur wenig zurücklegen. Aktuell kommt sie deshalb auf eine monatliche Rente von nur 547,04 Euro. Das reicht nicht zum Leben und zeigt wenig Respekt vor ihrer lebenslangen Arbeit. Mit der Grundrente wird diese Floristin nun auf eine Monatsrente von 965,87 Euro kommen. Das ist ein großer Schritt.
Weil es um Respekt und Anerkennung von Lebensleistung geht, wird die Grundrente ohne Antrag und ohne Vermögensprüfung ermittelt.
Das heißt im Detail: Für alle, auch für die 26 Millionen Bestandsrentnerinnen und -rentner, wird geprüft, ob ein Anspruch auf Grundrente besteht. Wer die Voraussetzungen erfüllt, bekommt die Grundrente – genauso wie die Rente – von der Deutschen Rentenversicherung ausgezahlt. Eine Vermögensprüfung, zum Beispiel des Wohneigentums, findet nicht statt. Dafür haben wir als SPD hart gekämpft. Rund 1,3 Millionen Rentnerinnen und Rentner, die ein Leben lang hart gearbeitet haben, werden mit der Grundrente eine höhere Altersversorgung haben!

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