Position:

21. September 2020
Gastkommentar Hanauer Anzeiger

Lieferkettengesetz - Jetzt!

In der vergangenen Woche wurde im Bundestag an zwei Tagen über die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen debattiert. Die ersten beiden Ziele lauten Hunger und Armut weltweit bis 2030 zu überwinden. Aufgrund der sozialen Folgen der Corona-Pandemie droht die Zahl der Hungernden nun jedoch auf über eine Milliarde Menschen zu steigen.
Es ist gut, dass wir zusätzlich 3,55 Milliarden Euro für Entwicklungszuammenarbeit und humanitäre Hilfe bereitstellen, um die akute Not der Menschen zu lindern. Aber Geld alleine reicht nicht. Wir brauchen auch fairen Handel mit den Entwicklungsländern, damit dort nicht länger Rohstoffe und Menschen vor Ort ausgebeutet werden. Deshalb war ich froh, dass ich in meiner Rede im Bundestag der Stadt Hanau dazu gratulieren konnte, dass sie nach Gelnhausen, Erlensee und Rodenbach im November die Auszeichnung als „Fair Trade Town“ erhält. Dafür gab es spontanen Beifall im Plenum. Wer möchte, kann die Rede auf meiner Homepage (www.sascha-raabe.de) oder Facebook-Seite abrufen.
Wir brauchen faire Handelsverträge, in denen der Schutz der Umwelt sowie der Menschen- und Arbeitnehmerrechte verbindlich und sanktionsbewährt festgeschrieben wird. Auch die Unternehmen müssen gesetzlich verpflichtet werden, Menschen- und Arbeitnehmerrechte in ihrer Lieferkette einzuhalten. Viele bereits verantwortungsvoll handelnde Unternehmer unterstützen ein Lieferkettengesetz, damit faire und gleiche Wettbewerbsbedingungen gelten. Wirtschaftsminister Altmaier und einige Funktionäre der Arbeitgeber- und Industrieverbände hingegen haben leider noch nicht verstanden, dass Ausbeutung kein Wettbewerbsvorteil sein darf. Wir fordern das Lieferkettengesetz jetzt, damit Kinder in die Schule gehen können anstelle auf Plantagen und in Bergwerken schuften zu müssen.

Sitemap