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02. November 2020
Gastkommentar im Hanauer Anzeiger

Verhältnismäßigkeit wahren

Die Corona-Pandemie hält unser Leben weiter im Griff. Auch bei mir persönlich. Ich hatte vor drei Wochen eine Corona-Infektion und litt eine Woche lang stark unter den typischen Symptomen. Ich kann deshalb nur jedem raten die AHA-Regeln einzuhalten, um sich und andere nicht zu gefährden. In erster Linie muss es darum gehen Risikogruppen beispielsweise mit FFP-2 Masken zu schützen. Denn entscheidend ist nicht die Zahl der Neuinfektionen, die ja auch von der Anzahl der Tests abhängt, sondern die Zahl derjenigen, die ins Krankenhaus müssen. Diese liegt zurzeit in Relation zu den Neuinfektionen noch deutlich niedriger als im Frühjahr. Damit sich das nicht ändert, halte ich es im Grundsatz für richtig, dass für den Monat November Einschränkungen beschlossen wurden. Allerdings finde ich einen Teil der Maßnahmen widersprüchlich und nicht verhältnismäßig. Insbesondere wird der Unterschied zwischen den großen Gefahren drinnen und den sehr geringen Gefahren draußen zu wenig beachtet. Deshalb halte ich das Verbot des Amateursports im Freien (umziehen und duschen kann sich jeder ja zu Hause) für genauso falsch wie die Schließung der Außenbereiche in der Gastronomie. Hingegen ist es gefährlich, dass für die Schulen bundesweit keine Maskenpflicht im Unterricht beschlossen wurde. Ich finde es auch wichtig, dass die Schulen offen bleiben. Aber ich hatte schon Anfang August an dieser Stelle davor gewarnt 11 Millionen Schulkinder und Berufsschüler ohne Masken in den Unterricht zu schicken. Das hat leider mit dazu beigetragen, dass die Zahl der Infektionen nachweislich seit Ende der Sommerferien stetig angestiegen ist. Gut, dass Hessen jetzt endlich die Maskenpflicht im Unterricht einführt. Corona können wir nur gemeinsam besiegen. Deshalb: AHA-Regeln beachten und möglichst viel lüften!

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