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28. Dezember 2020
Gastkommentar im Hanauer Anzeiger

Ausbeutung stoppen

In der letzten Sitzungswoche des Jahres haben wir auf Initiative unseres Arbeitsministers Hubertus Heil das Arbeitsschutzkontrollgesetz beschlossen. Werkverträge und Leiharbeit werden in der Fleischindustrie verboten, um die Beschäftigten vor Ausbeutung zu schützen.
Es ist gut, dass wir in Deutschland gesetzlich menschenwürdige Arbeitsbedingungen sichern. Genauso wichtig ist es, dass wir jetzt ein Lieferkettengesetz beschließen, um Ausbeutung weltweit zu stoppen. 1,4 Milliarden Menschen arbeiten weltweit unter menschenunwürdigen Bedingungen. 25 Millionen Menschen sind Opfer von Zwangsarbeit und Sklaverei. 152 Millionen Kinder werden zur Arbeit gezwungen. In den Weihnachtsfeiertagen haben viele Deutsche zum „Fest der Liebe“ wieder gerne Schokolade gegessen. Zwei Drittel der weltweit verarbeiteten Kakaobohnen stammen aus der Elfenbeinküste und Ghana. Auf den Kakaoplantagen dort müssen zwei Millionen Kinder für unsere Schokolade arbeiten.
Das wollen wir mit einem Lieferkettengesetz beenden, mit welchem wir deutsche Unternehmen gesetzlich verpflichten, bei ihren Zulieferern darauf zu achten, dass dort die Menschenrechte und das Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit eingehalten werden.
Es ist eine Schande, dass Wirtschaftsminister Altmaier das Lieferkettengesetz bisher blockiert und Kanzlerin Merkel zaudert. Jeder Tag zählt -, denn jeder Tag, an dem beispielsweise Kinder auf Kakaoplantagen für unsere Schokolade arbeiten müssen anstelle zur Schule gehen zu können, ist ein verlorener Tag für die Zukunft dieser Kinder.
Wir werden Anfang 2021 noch einmal alles dafür tun, damit das Lieferkettengesetz kommt und Ausbeutung weltweit gestoppt wird. In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein gesundes, friedvolles und faires Jahr 2021!



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