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10. Mai 2021
Gastkommentar im Hanauer Anzeiger vom 10.05.2021

Impfen, helfen und öffnen!

Die Corona-Krise hat die soziale Spaltung in Deutschland verschärft. Durch die Schließung der Schulen sind viele Kinder aus finanziell schwachen Familien besonders benachteiligt worden. Denn in beengten Wohnverhältnissen ist Homeschooling und ruhiges Lernen schwierig. Auch Nachhilfeunterricht können sich viele Eltern nicht leisten.
Deshalb ist es gut, dass auf unsere Initiative hin die Bundesregierung ein spezielles „Corona-Aufholprogramm“ in Höhe von zwei Milliarden Euro beschlossen hat. Dabei geht es um Nachhilfe- und Förderprogramme zum Beispiel unter Mithilfe pensionierter Lehrer, aber auch durch kommerzielle Anbieter. Ebenso ist die Aufstockung verschiedener sozialer Programme vorgesehen, um die sozialen und psychischen Krisenfolgen für Kinder und Jugendliche abzufedern. Hier geht es zum Beispiel um mehr Geld für Sprachförderung an Kitas in „sozialen Brennpunkten“ sowie eine stärkere Förderung von Schulsozialarbeit, Freizeitangeboten und kostengünstigen Ferienfahrten.
Auch die Infektionszahlen sind in Stadtteilen mit engen Wohnverhältnissen deutlich höher als in wohlhabenden Wohngegenden mit viel Platz und Garten. Ausgangssperren verschärfen die Lage für benachteiligte Familien, die auf engem Raum leben müssen, zusätzlich. Impfungen sollten deshalb verstärkt in „sozialen Brennpunkten“ mit hohen Inzidenzen durchgeführt werden. Der große Impffortschritt macht insgesamt Hoffnung. Die bis zu einer Million Impfungen am Tag lassen die Zahl der Infizierten und Intensivpatienten ständig sinken. Es ist richtig, dass Genesene und Geimpfte ihre engsten Grundrechte wieder ausüben dürfen. Sinnvoll wäre es nun endlich die Außengastronomie zu öffnen sowie Sport und Kultur im Freien zu ermöglichen - nicht nur für Geimpfte und Genesene, sondern für alle mit negativem Schnelltest!

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