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31. Mai 2021
Gastkommentar im Hanauer Anzeiger am 31.05.2021

Ungleichheit verringern

Das 10. der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen lautet: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern.
Deutschland verfügt im weltweiten Vergleich über ein stabiles und gutes Sozialsystem. Trotzdem gibt es auch hierzulande relative Armut, über die der jüngst zum sechsten Mal veröffentlichte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung Auskunft gibt. Positiv ist, dass vor der Corona-Pandemie alle Einkommensbereiche von der damals günstigen Wirtschaftsentwicklung profitiert haben. Auch im unteren Bereich sind die Löhne gestiegen und die Erwerbstätigkeit hat zugenommen. Der gesetzliche Mindestlohn hat gewirkt: Die Stundenlöhne bei den Beschäftigten im untersten Zehntel der Einkommensverteilung sind in den letzten Jahren am stärksten gestiegen. Das Vermögen in Deutschland hingegen ist weiterhin ungleich verteilt: Die oberen zehn Prozent der Gesellschaft besitzen demnach fast 64 Prozent des Nettogesamtvermögens. Deshalb ist es richtig, dass die SPD in ihrem neuen Wahlprogramm fordert, den Mindestlohn auf 12 Euro anzuheben, die Vermögenssteuer wieder einzuführen und extrem hohe Einkommen stärker zu besteuern.
Um die Ungleichheiten zwischen den Ländern zu verringern, ist die Unterstützung armer Länder durch Entwicklungszusammenarbeit genauso wichtig wie fairer Handel und gerechte Löhne. Deshalb bin ich überaus glücklich, dass wir in den parlamentarischen Beratungen vor wenigen Tagen eine Einigung mit der Unionsfraktion beim Lieferkettengesetz erzielt haben. Damit werden Unternehmen verpflichtet, Menschen-und Arbeitnehmerrechte auch in ihren internationalen Lieferketten einzuhalten. Wenn der Bundestag das Gesetz im Juni beschließt, wird dies ein historischer Schritt im Kampf gegen Ungleichheit, Ausbeutung, Kinderarbeit und Hungerlöhne sein.

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