Pressemitteilung:

08. März 2012
GIZ-Vorstand

Wieder nur Parteibuch statt Kompetenz

Dr. Sascha Raabe zur Neubesetzung im GIZ-Vorstand

Zur sich abzeichnenden Berufung der frueheren baden-wuerttembergischen Landesministerin Tanja Goenner (CDU) in den Vorstand der Deutschen Gesellschaft fuer internationale Zusammenarbeit (GIZ) erklaert der entwicklungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Sascha Raabe: Frau Goenner hat nachweislich keinerlei entwicklungspolitischen Hintergrund. Es ist voellig unverstaendlich, dass an der Spitze der groessten deutschen Entwicklungsorganisation demnaechst eine Frau stehen soll, die bislang mit Entwicklungspolitik so viel zu tun hatte, wie Schwaebisch mit Hochdeutsch.

Wieder einmal wird hier an einer zentralen Stelle der deutschen
Entwicklungszusammenarbeit eine Personalentscheidung getroffen,
die sich nicht nach der Kompetenz, sondern nach dem Parteibuch
und der Versorgungsbeduerftigkeit des Bewerbers oder der
Bewerberin richtet.

Die Entscheidung, Frau Goenner zur Nachfolgerin des ausscheidenden GIZ-Vorstandssprechers Dr. Eisenblaetter zu machen, wuerde sich nahtlos einfuegen in eine Reihe von parteipolitischen Stellenbesetzungen durch Entwicklungsminister Dirk Niebel. Zuletzt hatte Niebel bekanntlich durch die Berufung der ehemaligen Ettlinger FDP-Oberbuergermeisterin Gabriele
Buessemaker als Geschaeftsfuehrerin der Servicestelle "Engagement Global" fuer Schlagzeilen gesorgt. Dieser besonders krasse Fall niebelscher Vetternwirtschaft hatte sogar bei der oertlichen FDP zu heftigstem Protest gefuehrt. Auch im Fall
Goenner gilt: Parteibuch statt Kompetenz. Und auch im GIZ-Vorstand wuerde Frau Goenner mit Tom Paetz auf einen Kollegen treffen, der nicht aufgrund seiner Expertise, sondern allein wegen seines FDP-Parteibuchs ausgewaehlt wurde.

Der anstehende Personalwechsel im GIZ-Vorstand, der in diesem Jahr von sieben auf fuenf Vorstaende verkleinert werden und dessen Frauenanteil von derzeit Null dringend aufgestockt werden muss, bietet nun die Moeglichkeit, die Fehlbesetzung Tom Paetz zu korrigieren. Der Paetz-Platz muss an eine Frau gehen. Herr Paetz, der in seiner Zeit bei der GIZ bislang nur durch
Luxusreisen und dicke Dienstwagen aufgefallen ist, sollte seinen Stuhl raeumen - und zwar fuer eine Frau, die entwicklungspolitische Erfahrung mitbringt. Es bleibt zu wuenschen, dass der Aufsichtsrat im Maerz eine kluge Entscheidung faellen wird.

Dass es bei Stellenbesetzungen auch nach Kompetenz gehen kann, zeigt das Beispiel Hans-Joachim Preuss. Preuss war lange Jahre Generalsekretaer und Geschaeftsfuehrer der Deutschen Welthungerhilfe, ehe er 2009 auf Vorschlag der SPD in den GIZ-Vorstand berufen wurde. Damit ist er als ausgewiesener
Experte sowohl in der GIZ als auch in der Fachwelt hoch angesehen.


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