Statement:

04. Mai 2019
Bericht aus Berlin vom 4.05.2019

Weniger Fluglärm wäre möglich

Weniger Fluglärm wäre möglich
Fluglärm ist seit Jahrzehnten ein Problem für viele Menschen in unserer Region. Es gibt wohl weltweit keinen Großflughafen, an dem die Flugzeuge bereits so viele Kilometer vorher so tief anfliegen. Deshalb ist es enttäuschend, aber keineswegs überraschend, dass das Bundesverkehrsministerium und die Deutschen Flugsicherung die jüngste Initiative der IG-Fluglärm Hanau-Kinzigtal zur Einführung lärmarmer Anflugverfahren wieder abgeschmettert haben. Als Rodenbacher Bürgermeister hatte ich bereits Ende der 90er Jahre gemeinsam mit dem Main-Kinzig-Kreis eine Klage zur Durchsetzung höherer Anflugverfahren initiiert, die ebenfalls erfolglos ausging. Es sind immer die gleichen Argumente, wonach angeblich bei Einführung höherer Anflugverfahren „Kapazitätseinbußen“ beim Flugverkehr zu befürchten seien. Dabei wurde bereits auch durch ein Gutachten des Main-Kinzig-Kreises nachgewiesen, dass höhere Anflugverfahren keineswegs mit wesentlichen Einschränkungen der Anzahl der Flüge einhergehen müssen. Deshalb sind an anderen Großflughäfen in Europa und weltweit höhere Anflugverfahren seit vielen Jahren eine Selbstverständlichkeit. Das Bundesverkehrsministerium verweigert aber seit Jahrzehnten entsprechende Anweisungen an die Deutsche Flugsicherung zu erteilen. Ich erinnere mich noch gut, als ich gemeinsam mit Erich Pipa im Jahr 2011 beim damaligen Staatssekretär Dr. Scheuerle unser Anliegen vortrug und ihm Unterschriften der lärmgeplagten Menschen unserer Kreises überreichen wollte. Als ich konkrete Nachfragen zur angeblichen Kapazitätseinschränkung stellte, brach Dr. Scheuerle das Gespräch ab und weigerte sich die Unterschriftenliste der Bürger unseres Kreises entgegenzunehmen. Kurze Zeit später wurde Dr. Scheuerle, der als Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums die Flugsicherung eigentlich überwachen sollte, selbst Chef der Deutschen Flugsicherung mit einem luxuriösen Gehalt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Ich werde das Thema noch einmal auf der kommenden Sitzung des überparteilichen Parlamentskreises Fluglärm im Bundestag zur Sprache bringen. Leider ist meine Erfahrung aber, dass nur die Kollegen, deren Wahlkreise vom Fluglärm betroffen sind, unser Anliegen unterstützen.


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