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02. Januar 2020
Bericht aus Berlin

Weihnachten und neues Jahr

Die Weihnachtsfeiertage werden die meisten von uns im Kreise ihrer Familie verbracht haben. Besonders schön ist es immer, wenn Kinderaugen strahlen und die Geschenke Freude bringen. Leider haben nicht alle Kinder auf der Welt das Glück an Weihnachten Geschenke zu bekommen. Die Zahl der Hungernden und Armen ist in den letzten drei Jahren wieder auf über 820 Millionen gestiegen. Die Kinder sind dabei am schlimmsten von Mangelernährung und Armut betroffen. Ich selbst habe im vergangenen Jahr auf Dienstreisen wieder Kinder getroffen, die auf Kakaoplantagen oder in Bergwerken schuften müssen anstelle zur Schule zu gehen oder spielen zu können. Ich finde es toll, wie viele Menschen in Deutschland und insbesondere auch im Main-Kinzig-Kreis gerade zur Weihnachtszeit auch an die Ärmsten der Armen denken. Sei es mit Geschenken im Rahmen von Aktionen wie der Weihnachtspäckchen-Aktion der Stiftung Kinderzukunft oder auch mit Geldspenden an die zahlreichen Hilfsorganisationen. Bemerkenswert dabei ist auch immer, dass Menschen mit geringem Einkommen prozentual besonders viel geben. Als Entwicklungspolitiker bin ich froh, dass wir im Bundestag im Haushalt 2018, 2019 und 2020 jeweils eine Milliarde Euro mehr im Kampf gegen Hunger und Armut zur Verfügung gestellt haben. Der Etat des Entwicklungsministeriums liegt nun erstmals bei rund 11 Milliarden Euro.
Mit den privaten Spenden und öffentlichen Mitteln für die Entwicklungszusammenarbeit können wir vielen Kindern angefangen bei guter Schulbildung eine würdige, selbstbestimmte Lebensperspektive ermöglichen. Gleichzeitig müssen wir gute Regierungsführung und verantwortungsvolles Verhalten von Unternehmen einfordern, die in Entwicklungsländern u.a. Rohstoffe abbauen oder Textilien fertigen lassen. Wir brauchen deshalb faire statt freie Handelsverträge, damit nur noch Waren in die Europäische Union importiert werden dürfen, wenn sie unter Einhaltung von Menschen- und Arbeitnehmerrechten und ohne Kinderarbeit hergestellt wurden. Unternehmen wollen wir mit einem Lieferkettengesetz ebenfalls gesetzlich zwingen diese Sorgfaltspflichten zu erfüllen. Viele Unternehmen sind bereits verantwortungsvoll und erfüllen auf freiwilliger Basis die Standards. Deshalb ist es auch in ihrem Interesse, dass alle Unternehmen dies erfüllen müssen, damit es faire und gleiche Wettbewerbsbedingungen gibt. Einen Schritt haben wir mit der EU-Verordnung zu den sogenannten Konfliktmineralien bereits gemacht. Jetzt müssen weitere Schritte folgen, damit die Kinder überall auf der Welt eine glückliche Zukunft haben und das Weihnachtsfest genießen können.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein friedliches, gesundes und glückliches Jahr 2020!


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