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30. Juni 2021
Kolumne in den Gelnhäuser Nachrichten

DANKE

Zwar bin ich noch bis Mitte Oktober Bundestagsabgeordneter, aber meine letzte Sitzungswoche ist nun vorbei. Ich hatte ja bereits im Sommer 2018 aus rein persönlichen Gründen angekündigt, dass ich nach fünf Legislaturperioden und insgesamt 25 Jahren hauptberuflicher Politik (sechs Jahre als Bürgermeister, 19 Jahre im Bundestag) nicht noch einmal kandidieren werde.
Es war mir 19 Jahre lang eine Ehre und Freude meinen Wahlkreis in Berlin vertreten zu dürfen. Eine komplette Bilanz meiner Arbeit zu ziehen, ist hier aus Platzgründen unmöglich. Angefangen im Wahlkreis von meinem erfolgreichen Einsatz für das kommunale Optionsgesetz zur Betreuung von Langzeitarbeitslosen über die Bundesfinanzierung vieler Verkehrsprojekte (u.a. Ortsumgehung Nidderau, Riederwaldtunnel, Ausbau Bahnstrecke Hanau-Fulda, Nordmainische S-Bahn) bis zu unzähligen großen und kleinen Hilfen für BürgerInnen, Unternehmen, Kommunen, Vereine, Organisationen, Schulen und Kitas. Viele Erfolge waren natürlich Teamwork. Besonders gefreut habe ich mich immer, wenn wir hier als Region alle gemeinsam den Abbau von Arbeitsplätzen verhindern konnten.
In meinem Fachbereich der Entwicklungspolitik bin ich sehr stolz, dass ich wesentlich dazu beitragen konnte, den Entwicklungsetat von 2002 bis heute von 3,7 Mrd. Euro auf 12,4 Mrd. Euro fast zu vervierfachen. Seit 2020 haben wir endlich das vor 50 Jahren von den Vereinten Nationen ausgerufene Ziel erreicht, 0,7-Prozent des Bruttonationaleinkommes für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung zu stellen (ODA-Quote). Ebenso stolz bin ich, dass ich entscheidend mithelfen konnte, die EU-Konfliktmineralienverordnung und das Lieferkettengesetz durchzusetzen. Das sind Erfolge, die bleiben und auch für die Zukunft das Leben von Millionen armer und hungernder Menschen verbessern werden.
Das Lieferkettengesetz ist erst kurz vor Schluss in der vorletzten Sitzungswoche beschlossen worden. Ich hatte mich bereits seit vielen Jahren dafür eingesetzt, dass Unternehmen gesetzlich verpflichtet werden, Menschen-und Arbeitnehmerrechte in ihren internationalen Lieferketten einzuhalten. Das Lieferkettengesetz ist ein historischer Meilenstein im Kampf gegen Kinderarbeit und Hungerlöhne. Ausbeutung darf kein Wettbewerbsvorteil sein. Faire Löhne und anständige Arbeitsbedingungen weltweit vermindern Fluchtursachen. Ich habe gegen den erbitterten Widerstand mächtiger Industrieverbände und Teilen des Wirtschaftsflügels der Union hart dafür gekämpft und am Ende haben wir es geschafft. Schöner hätte für mich der Abschied aus dem Bundestag nicht sein können.
Zum Schluss:
Danke an die Wählerinnen und Wähler, die mir fünf Mal sehr gute Erststimmenergebnisse weit über dem Zweitstimmenergebnis meiner Partei geschenkt haben. Danke an meine Partei, die mich jederzeit unterstützt und quasi immer einstimmig nominiert hat. Danke an meine Fraktion und Kollegen im Bundestag, Landtag und Kreistag. Danke an die Kreisspitze und unsere BürgermeisterInnen, mit denen ich als ehemaliger Bürgermeister von Rodenbach immer besonders gerne zusammengearbeitet habe. Der Main-Kinzig-Kreis ist und bleibt die beste Region Deutschlands!
Danke an die Gelnhäuser Nachrichten und die vielfältigen Zeitungen in der Region. Guter Journalismus und eine freie Presse sind eine wesentliche Stütze unserer Demokratie.
Danke an mein weltbestes Büroteam, das durch stets kompetente Arbeit meine politischen Erfolge wesentlich mit ermöglicht hat. Ein besonderer Dank geht an meine Frau, deren Liebe, Rat und Unterstützung mir die notwendige Kraft für meine Arbeit gegeben hat.
DANKE!


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