Pressemitteilung:

27. März 2012
Im Gespräch mit SPD AG 60+ Main-Kinzig

Risiko der Altersarmut steigt

Für zukünftige Rentnergenerationen wird die Gefahr der Altersarmut steigen, wenn nicht jetzt in der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik konsequent gegengesteuert wird. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe diskutierte das Problem dieser Tage mit dem Vorstand der SPD AG 60+ des Main-Kinzig-Kreises, der ihn zu einem Gespräch nach Gelnhausen eingeladen hatte. „Das Risiko der Altersarmut liegt in erster Linie in der Erwerbsphase begründet“, erklärte Raabe.

„Niedriglohnjobs und gebrochene Erwerbsbiographien“, so der Abgeordnete weiter, „sind heute an der Tagesordnung und die Gründe dafür, dass immer mehr Menschen im Alter von ihrer Rente nicht mehr werden leben können. Das trifft in besonderem Maße Frauen.“ Schon jetzt seien zwei Drittel derjenigen, die Grundsicherung im Alter beziehen, Frauen.

Raabe fordert daher eine stärkere Ausrichtung der Beschäftigungspolitik am Leitbild der „guten Arbeit“: „Wer wirksam Altersarmut bekämpfen will, der muss dafür sorgen, dass die Menschen in sozialversicherungspflichtigen Jobs anständig bezahlt werden. Immer mehr Teilzeitarbeit, der steigende Niedriglohnbereich, gesunkene Realeinkommen und die immer noch alltägliche Lohndiskriminierung von Frauen sind der Nährboden der Altersarmut.“ Hinzu komme der demographische Wandel, der die gesetzliche Rentenversicherung in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen stellen werde. Die Gegenrezepte liegen nach Raabes Ansicht auf der Hand: „Ein fairer gesetzlicher Mindestlohn ist eine der Grundvoraussetzungen, damit etwa auch gering Qualifizierte die Chance haben, ausreichend in die Rentenversicherung einzuzahlen. Außerdem braucht es ein sozial gerechtes Steuer- und Abgabensystem.“ So könne die Finanzierung der steigenden staatlichen Zuschüsse in die Rentenkasse nur durch eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes, durch die Einführung der Finanztransaktionssteuer und eine europäisch vereinheitliche Unternehmensbesteuerung gesichert werden. Ebenso müssten die Bildungseinrichtungen gestärkt werden, denn die beste Prävention gegen Altersarmut sei eine gute Bildung vom Kindergarten an.

Positiv wertet Dr. Raabe, dass Positionen der SPD wie der Mindestlohn inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. „Die Menschen haben die Nase voll von marktradikaler Politik. Sie wollen soziale Sicherheit und Gerechtigkeit.“ Raabe lobte abschließend das Engagement der AG 60+ und ihres Vorsitzenden Walter Lorz, die sich vorbildlich für die Anliegen der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger einsetzen.


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