Pressemitteilung:

01. Juni 2012
St.-Vinzenz-Krankenhaus

"Große Einmalspritze verabreichen“

Orientierungswert und Kostendruck: Dr. Raabe am St.-Vinzenz-Krankenhaus

Deutliche Hilfen aus den Milliardenüberschüssen der gesetzlichen Krankenkassen als Sofortmaßnahme für die Krankenhäuser und endlich eine dauerhaft faire Finanzie-rung fordert der Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe. „Es ist dringend an der Zeit, den Kliniken eine große Einmalspritze aus den Überschüssen zu verabreichen“, ist der SPD-Politiker aus dem Wahlkreis Hanau auf einer Wellenlänge mit den Genossen im Main-Kinzig-Kreis.

Weil die Schere zwischen Kosten und Einnnahmen an den Krankenhäusern immer weiter auseinandergeht, sei als zweiter Schritt die Einführung des so genannten Kosten-Orientierungswerts „mehr als überfällig“, erklärte Raabe bei einem Pressetermin im Hanauer St-Vinzenz-Krankenhaus.
Der Kosten-Orientierungswert ist Bestandteil des von der damaligen SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt im Jahr 2009 in der großen Koalition durchgesetzten Krankenhausfinanzierungsreformgesetzes, wurde aber von der Unions-/FDP-geführten Regierung ausgesetzt.  Mit dem Orientierungswert soll den tatsächlichen Kostenentwicklungen Rechnung getragen werden. Aktuell sind die Krankenkassenzuschüsse für die Krankenhäuser an der Entwicklung der so genannten Grundlohnsumme angebunden -  wodurch die Kliniken 2012 maximal ein Plus von 0,9 Prozent an Mitteln erhalten können, obwohl die Kosten allein durch hohe Tarifabschlüsse immens gestiegen sind. „Die Zitrone ist nahezu voll und ganz ausgepresst“, erklärte Michael Sammet, Geschäftsführer des Vinzenz-Krankenhauses. Es blieben keine Möglichkeiten mehr, die Tarifsteigerungen für die Angestellten zu kompensieren. Weder die Erhöhung der Fallzahlen, um den Umsatz zu erhöhen, noch Personaleinsparungen seien im Interesse der Patienten.
In der Gesprächsrunde im Vinzenz-Krankenhaus erachtete Raabe zudem eine höhere Wertschätzung und bessere Arbeitsbedingungen für den Beruf der Alten- und Krankenpfleger für notwendig.  „Es gibt viele, die den Beruf des Pflegers mit großem Idealismus ergriffen haben und dafür hohe körperlich und seelische Belastungen in Kauf nehmen – bei einer nicht gerade überdurchschnittlichen Bezahlung mit Nacht- und Wochenenddiensten“, lobte Rodenbachs E-Bürgermeister. St.-Vinzenz-Pflegedirektorin Jutta Berg sieht das ebenso: „Es wird oft vergessen, dass hier Menschen mit Menschen zu tun haben, und Patienten sind keine Autos.“ Die Belastung der rund 250 Krankenpfleger und Pflegeassistenten am Vinzenz-Krankenhaus würden stetig steigen: höhere körperliche Anforderungen durch immer ältere Patienten, Arbeitsverdichtung aus Gründen der Kostenersparnis, fehlende Zeit für die seelische Betreuung der Patienten durch immer kürzere Verweildauer. „Wichtig beim Heilungsprozess ist auch, dass sich die Patienten wohl fühlen. Dafür benötigen die Pfleger Zeit“, stimmt Raabe zu.


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