Pressemitteilung:

01. Juni 2012
Organspende

Raabe: Wir brauchen mehr Organspender

Bundestag verabschiedet neue Regelungen

Der Bundestag hat am Freitag mit fraktionsübergreifender breiter Mehrheit die Reform der Organspende verabschiedet. Künftig werden alle Bürger schriftlich aufgefordert, sich für oder gegen die Organspende zu entscheiden, nach wie vor wird es aber keine Entscheidungspflicht geben. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe erklärt: „Mit dieser freiwilligen Entscheidungslösung wollen wir jeden zum Nachdenken anregen und mit Nachdruck seine Bereitschaft zur Organspende abfragen - nicht mehr und nicht weniger.

Bislang haben viele das Thema verdrängt oder aus Bequemlichkeit den Ausweis nicht ausgefüllt. Das können wir uns angesichts von 12.000 Menschen, die allein in Deutschland auf eine lebensnotwendige Organtransplantation warten, nicht leisten.“

Die neue Regelung sieht vor, dass alle Krankenversicherten ab dem 16. Lebensjahr demnächst in regelmäßigen Abständen über das Thema Organspende informiert werden und per Post einen Spenderausweis zugeschickt bekommen. Am grundsätzlichen Zustimmungsgrundsatz wird aber nicht gerüttelt und auch, wer den Ausweis nicht ausfüllt, muss keinerlei Konsequenzen befürchten.
Die Initiative zur Änderung des Transplantationsgesetzes ging maßgeblich vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier aus, der selbst vor einiger Zeit seiner Frau eine Niere spendete. In der Debatte wies Steinmeier darauf hin, dass es für die Politik schwer sei, zwischen dem Interesse des Einzelnen, mit solcherlei Fragen nicht behelligt zu werden, und den Interessen der Kranken abzuwägen, die dringend ein Spenderorgan zum Überleben brauchen. Aber man wolle die Menschen dazu bringen, sich mit diesem sensiblen und für viele sicher unangenehmen Thema auseinanderzusetzen, denn es gebe „kein Recht auf Gleichgültigkeit“.
Vor der Debatte war die SPD-Bundestagsfraktion mit gutem Beispiel vorweg gegangen. Zahlreiche Abgeordnete, darunter Sascha Raabe, hatten den Spenderausweis ausgefüllt und in einer gemeinsamen Fotoaktion für Organspenden geworben.


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