Pressemitteilung:

23. März 2012
Bericht aus Berlin

Organspende kann Leben retten

Wohl keiner von uns denkt gerne über den eigenen Tod nach. Die Frage aber, was nach dem Tod eines Menschen mit seinem Körper, insbesondere mit seinen Organen, geschieht, ist wichtig. Sie ist deshalb so wichtig, weil sie, wenn man sich zu Lebzeiten dafür entschieden hat, Organspender zu werden, das Leben eines anderen Menschen retten kann. Deshalb dürfen wir uns dem Thema nicht verschließen. Wir müssen uns mit der Frage zumindest auseinandersetzen, wohlwissend, dass es bei der höchstpersönlichen Entscheidung, ob ich nach meinem Tod meine Organe spenden will oder nicht, keine richtige oder falsche Antwort gibt.

Jede Entscheidung, ganz gleich aus welchen Gründen sie getroffen wird, ist absolut zu respektieren.
Der Bundestag hat in dieser Woche in einer teils sehr emotionalen und von persönlichen Erfahrungen geprägten Debatte über eine Neuregelung des Transplantationsgesetzes diskutiert. Alle Parteien sind sich einig, dass das Thema Organspende näher an die Menschen herangetragen werden muss. Dank der gemeinsamen Initiative von Frank-Walter Steinmeier und Volker Kauder gibt es jetzt eine wie ich finde sensible und angemessene Lösung. Insbesondere Steinmeier, der persönliche Erfahrungen gemacht hat, als er vor zwei Jahren seiner Frau eine Niere spendete, hat den Prozess maßgeblich vorangetrieben. In Zukunft werden nun also die Bürger regelmäßig angeschrieben und mit dem Thema Organspende konfrontiert. Dabei gibt es keinen Entscheidungszwang, sondern es handelt sich eher um einen „Nachdenk-Zwang“. Jeder Erwachsene soll mit Nachdruck dazu angeregt werden, zu Lebzeiten eine Entscheidung zu treffen – nicht mehr und nicht weniger. Zudem erhält jeder ein Exemplar des Spenderausweises zugesandt, das er ausfüllen und unterschreiben kann oder eben auch nicht. Das erleichtert zumindest denen diesen Schritt, die sich bislang einfach aus Bequemlichkeit oder Unwissenheit keinen Ausweis besorgt haben. Immerhin stehen rund 70 Prozent der Deutschen dem Thema Organspende grundsätzlich positiv gegenüber, aber lediglich 20 Prozent verfügen auch tatsächlich über einen Ausweis.
In den letzten Jahren war die Zahl der Spender rückläufig, dabei warten allein in Deutschland rund 12.000 Betroffene dringend auf ein Spenderorgan. Für sie ist das neue Gesetz, das noch vor der Sommerpause endgültig verabschiedet werden soll, ein Hoffnungsschimmer.


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