Pressemitteilung:

09. März 2012
Bahnhof Gelnhausen

Grube macht Rückzieher

Raabe: „Mutlosigkeit der Bahn enttäuschend“

Noch im Januar hatte Bahnchef Rüdiger Grube dem Bundestagsabgeordneten Dr. Sascha Raabe (SPD) im persönlichen Gespräch versichert, den Bahnhof Gelnhausen „zur Chefsache“ machen zu wollen. Zeitnahe Verbesserungsmöglichkeiten der mittlerweile dramatisch schlechten Zustände sollten auf höchster Ebene geprüft werden, so die Zusage. Das klang viel versprechend.

Jetzt aber kam die ernüchternde Antwort, die Sascha Raabe verärgert so kommentiert: „Es hat Hoffnung gemacht, als Herr Grube mir seinerzeit sagte, die Bahn müsse auch mal den Mut haben, unabhängig von den langfristigen Planungsverfahren des Bundesverkehrsministerium schnelle, unbürokratische Lösungen zu finden. Jetzt hat ihn offenbar der Mut schon wieder verlassen.“

In einem Schreiben teilt der Vorstandsvorsitzende der Bahn Raabe mit, dass er es bedauere, „den in Gelnhausen einsteigenden Fahrgästen keine kurzfristige Realisierung des behindertengerechten Ausbaus ihres Bahnhofs in Aussicht stellen zu können.“ Als Grund dafür führt der Bahnchef die nicht abgeschlossenen Planungsarbeiten für den dreigleisigen Ausbau auf dem Streckenabschnitt zwischen Hailer-Meerholz und Gelnhausen an. Die Sanierung des Bahnhofs könne derzeit nicht erfolgen, sondern könne nur zusammen mit den Gleisarbeiten durchgeführt werden.
Das aber kann dauern. Da die Bundesregierung erst kürzlich das Vorhaben „drittes Gleis“ im neuen Investitionsrahmenplan in die letzte Kategorie D zurückgestuft hat, werden sich die Gelnhäuser wohl oder übel weiter in Geduld üben müssen. Vorhaben der Kategorie D können in der Regel nicht vor 2015 begonnen werden. Nach Aussagen der Bahn ist damit unter Berücksichtigung sämtlicher Planungs- und Genehmigungsschritte für den Teilabschnitt Hailer – Gelnhausen mit einem frühestmöglichen Baubeginn nicht vor 2017 zu rechnen. Bleibt die Bahn bei ihrem Standpunkt, dass eine Bahnhofssanierung nur mit dem Gleisausbau einhergehen kann, dürfte sich in den nächsten Jahren die Lage am Bahnhof weiter verschlechtern. Raabe, der seit Jahren diese Argumentation der Bahn kritisiert: „Das ist die alte Leier und absolut enttäuschend. Ich habe gehofft, dass sich die Bahn im Sinne ihrer Fahrgäste endlich flexibler zeigt und kurzfristig zumindest provisorische Verbesserungsmaßnahmen anbietet. Aber selbst das lässt auf sich warten.“ Raabe hatte dem Bahnchef eigens die von Auszubildenden des Main-Kinzig-Kreises in akribischer Kleinarbeit erstellte Dokumentation über den Zustand der Bahnhöfe im Kreis zur Verfügung gestellt.
Ein wenig Licht am Ende des Tunnels verheißt im Brief der Bahn, den Sascha Raabe auf seiner homepage www.sascha-raabe.de veröffentlicht hat, lediglich ein Absatz. Dort schreibt Grube: „Um den Fahrgästen, die den Bahnhof Gelnhausen nutzen, gegebenenfalls eine Perspektive auf eine frühere Weiterentwicklung von dortigen Bahnsteiganlagen geben zu können, wird DB Station & Service nach Vorliegen der Vorplanung (Red. nicht vor Sommer 2013) tiefer gehend prüfen, ob und inwieweit Vorabmaßnahmen durchgeführt werden können.“ Raabe bleibt trotzdem skeptisch: „Die Worte hör ich wohl, allein mir fehlt mittlerweile der Glaube, da offensichtlich weder der Bahn noch dem Bundesverkehrsminister viel daran liegt, den eigentlich unhaltbaren Zustand wirklich zu verbessern.“


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