Pressemitteilung:

01. März 2012
Fluglärm

Anhebung der Flughöhen nur Minimalforderung

Raabe: „CDA-Anflug muss ganztägig kommen!"

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe begrüßt, dass die hessische Landesregierung und Vertreter von Fluggesellschaften, Fraport und Deutscher Flugsicherung (DFS) nach monatelangem Druck seitens der Öffentlichkeit endlich ein Maßnahmenpaket gegen den Fluglärm vorgelegt haben. Raabe: „Es ist höchste Zeit, dass damit zumindest einige Fehler der Vergangenheit korrigiert werden. Wir werden die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen genau prüfen."

Bis vor kurzem hat die DFS die Einführung des von Raabe seit über zehn Jahren geforderten kontinuierlichen Sinkflugverfahrens (CDA) als unmöglich bezeichnet, jetzt wolle sie es "wann immer möglich" anwenden. Raabe: „Ich befürchte „wann immer möglich“ heißt bei der DFS in der Praxis "selten möglich".“ Raabe betonte, dass das Maßnahmenpaket aus seiner Sicht noch nicht ausreiche, um die Bürger wirksam vor Fluglärm zu schützen.
Die angekündigte Wiederanhebung der Flughöhen um 300 Meter beim Endanflug bezeichnet Raabe als Erfüllung einer Minimalforderung. Raabe: „Die Rücknahme der Flughöhen-Absenkung vom vergangenen März ist neben der Einführung des lärmarmen Sinkflugverfahrens und der Durchsetzung des absoluten Nachtflugverbots eine von mehreren Forderungen der Fluglärmgegner. Es ist zwar zu begrüßen, wenn sich die DFS endlich bewegt, aber die Anhebung kann nicht mehr als ein erster Schritt sein.“ Man dürfe jetzt nicht den Fehler machen und die Ankündigung als großen Erfolg feiern, sondern müsse den Druck auf die DFS weiter aufrecht erhalten. „Erst die Höhe absenken, und dann die Anhebung auf die ursprüngliche Höhe als große Sache verkaufen – das nennt man wohl Kuhhandel. Wer sich mit solchen Zugeständnissen schon zufrieden gibt, erweist unserem Kampf gegen den Fluglärm einen Bärendienst“, findet Raabe.
Erstaunt zeigt sich Sascha Raabe über jüngste Äußerungen des CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Tauber. Es sei schon bemerkenswert, so Raabe, dass Tauber die Anhebung der Flughöhe als seine Idee vermarkten wolle. Raabe: „Man darf die Frage stellen: Wer hat’s erfunden? Herr Tauber war das sicher nicht. Vielmehr hat hier die Fluglärminitiative Main-Kinzig einen großen Anteil.“ Raabe weist darauf hin, dass er selbst bereits im Herbst 2010 in einem Schreiben an das Bundesverkehrsministerium vor den Folgen der Absenkung des Luftraumes gewarnt und eine Korrektur gefordert hatte. So sei der Stein erst ins Rollen gekommen. Damals, als jede Unterstützung zählte, habe Tauber das Problem noch völlig ignoriert. Raabe: „Der Kollege Tauber ist erst auf den Protestzug aufgesprungen, als der Fahrt aufgenommen hatte. Heute gibt er vor, der Lokführer zu sein. Das nimmt ihm keiner ab.“ Ausdrücklich lobt Raabe die tausende Bürger, die sich an den Unterschriftensammlungen beteiligt haben. Ohne diesen breiten Widerstand wäre es nach seiner Einschätzung nicht zu dem Einlenken der DFS gekommen.
Der Abgeordnete mahnt zugleich, dass die Bürger im Main-Kinzig-Kreis im Kampf gegen den Fluglärm weiter solidarisch zusammen stehen müssten. Raabe: „Die, die jetzt in einigen Orten durch die Anhebung der Flughöhen profitieren, müssen wissen, dass die Menschen anderswo im Kreis nach wie vor unverändert dem Lärm ausgesetzt sind. Wir können aber nur für alle die Lage verbessern, wenn wir weiter so wie bisher zusammenhalten und in der Fluglärmfrage nicht nach dem Sankt-Florians-Prinzip handeln. Wir brauchen ein absolutes Nachtflugverbot und ganztägig lärmarme Anflüge nach dem CDA-Verfahren."


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