Pressemitteilung:

16. Juli 2012
Arbeitsmarkt

Auf niemanden kann verzichtet werden

IHK-Chef Quidde und Raabe diskutieren über Arbeitsmarkt und Wirtschaft

In Zeiten des Fachkräftemangels und einer alternden Gesellschaft kann auf niemanden mehr verzichtet werden. Darin sind sich der neue Hauptgeschäftsführer der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, Dr. Gunther Quidde, und Bundestags-abgeordneter Dr. Sascha Raabe einig. „Wir können es uns nicht mehr leisten, dass wir einen hohen Prozentsatz Jugendlicher oh-ne Abschluss aus der Schule entlassen, die es dann schwer auf dem Arbeitsmarkt haben“, zog der SPD-Politiker ein Fazit des Gesprächs in der IHK in Hanau.

Ebenso deutlich wurde Quidde:  „Wir müssen uns gemeinsam anstrengen, um auch jenen - oft geringer qualifizierten - Menschen einen Beruf zu ermöglichen, die zurzeit noch weitestgehend abgehängt sind vom Arbeitsmarkt. Das wird ein langer Weg werden.“ Einig sind sich die beiden Mittvierziger zudem, dass das von der Bundesregierung forcierte Betreuungsgeld für Eltern nicht dazu beitragen wird, den Fachkräftemangel zu reduzieren, sondern eine zusätzliche Belastung der Staatsfinanzen darstellt.

Demografischer Wandel, Energiewende und Rohstoffknappheit seien die Themen, mit denen sich IHK und Unternehmen im Main-Kinzig-Kreis immer öfter auseinander setzen müssten. Auch steigende Schulden der Kommunen würden für alle zu einer Belastung werden. „Wenn in Deutschland die Zinsen wieder auf Normalniveau steigen, werden die Städte und Gemeinden viel mehr Geld als jetzt brauchen, um ihre Schulden bezahlen zu können. Dann trifft es auch die Wirtschaft, die die höheren Zinszahlen der Städte und Gemeinde mitfinanzieren müssen“, erklärte Quidde, der den engen Kontakt zu den Kommunen sucht.

Quidde, Nachfolger von Hartwig Rohde, stellt der Region ansons-ten sehr gute Noten aus: Im Kreis gebe es viele stabile, mittelständische Unternehmen, die angestrebte flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet durch die Breitband Main-Kinzig GmbH sei ein immens wichtiger Standortfaktor, die Konversion ehemaliger US-Militärflächen laufe vor allem in Hanau vorbildlich.

Unterstützung erhofft sich Quidde vom Entwicklungshilfe-Experten Raabe bei der Suche nach weiteren Absatzchancen für die von ihm betreuten Unternehmen. „Wir müssen als IHK unseren Firmen neue Märkte aufzeigen, an die man nicht sofort denkt.“ Raabe nannte den afrikanischen Staat Uganda als ein Beispiel für ein Land, in dem die Mittelschicht „extrem schnell wachse“ und damit auch der Konsum und Bedarf an hochwertigen Gütern. Beide waren sich einig, dass weltweit ökologische  und soziale Mindeststandards und gerechte Löhne Voraussetzung für einen fairen Wettbewerb seien.

 


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