Pressemitteilung:

07. September 2012

Wie teuer ist der Strom?

Raabe: „Solaroffensive des Kreises vorbildlich“

Die Debatte über steigende Stromkosten wird sich nach Einschätzung des SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Sascha Raabe in den kommenden Wochen zuspitzen. Im Oktober wird die Berechnung des neuen Erneuerbare-Energien-Aufschlags pro Kilowattstunde Haushaltsstrom erwartet. Dieser liegt momentan bei 3,6 Cent und wird voraussichtlich um 5 bis 6 Prozent steigen. Raabe erwartet, dass Vertreter von CDU/CSU und FDP die Anhebung nutzen werden, um die Energiewende als solche in Frage zu stellen. Raabe: „Schwarz-Gelb verschleppt auf fahrlässige Art und Weise den notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien und versucht gleichzeitig den angeblich zu teuren Ökostrom zu torpedieren.“ Auf Kreisebene sei man, so Raabe, dagegen sehr viel fortschrittlicher: „Die Solaroffensive des Main-Kinzig-Kreises ist vorbildlich und zukunftsgerichtet. Diesen Ehrgeiz beim Ausbau erneuerbarer Energien würde man sich von der Bundesregierung wünschen.“

Raabe kritisiert, dass Vertreter der Regierungskoalition die Erhöhung der Umlage derzeit gerne als „Totschlagargument gegen die erneuerbaren Energien ins Feld führen“ würden. „Dabei“, so der SPD-Abgeordnete, „ist es ein Märchen, wenn man behauptet, dass die regenerativen Energien teurer sind, als die herkömmlichen Energien. Konventionelle Energieträger wie Kohle und Atom verursachen nämlich deutlich mehr Kosten, als auf der Stromrechnung ausgewiesen werden. Der Unterschied bei diesem Strom ist, dass die Verbraucher die versteckten Zusatzkosten nicht über die Rechnung ihres Stromversorgers, sondern über Steuern und Abgaben zahlen.“
Wie eine unlängst veröffentlichte Studie zeigt, profitieren gerade die konventionellen Energien von umfangreichen staatlichen Förderungen. Während etwa die Steinkohle-Verstromung zwischen 1970 und 2012 insgesamt 177 Milliarden Euro an Subventionen, Braunkohle 65 Milliarden und die Atomstromproduktion sogar 187 Milliarden Euro erhalten haben, kommen die erneuerbaren Energien bis heute gerade einmal auf 54 Milliarden Euro. Raabe: „Würde man die staatliche Förderung der konventionellen Energie direkt auf die Verbraucher umlegen, müsste der Strompreis um mindestens 10 Cent pro Kilowattstunde höher liegen. Das ist dreimal soviel wie die derzeitige EEG-Umlage.“ Hinzu komme, so Raabe, dass hunderttausende neue Arbeitsplätze durch die erneuerbaren Energien geschaffen wurden. Der Abgeordnete plädiert vor diesem Hintergrund für mehr Ehrlichkeit in der Debatte: „Steigende Strompreise sind ein ernstes Problem. Umso wichtiger ist es, die Diskussion um die Energiewende sachlich und ohne ideologische Scheuklappen zu führen. Einen Weg zurück darf es bei der Energiewende nicht geben.“

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