Pressemitteilung:

Berlin, 27. März 2009
27.03.09

ABWRACKPRÄMIE WEITERLAUFEN LASSEN

Diese Einigung zwischen Bundeskanzlerin und Vizekanzler war richtig und wichtig. Sie hilft zum einen der deutschen Automobilindustrie in schweren Zeiten und zum anderen der Umwelt, denn durch die Stilllegung alter Fahrzeuge wird der Schadstoffausstoß gesenkt.
Eigentlich war der Topf für die Abwrack- oder auch Umweltprämie als Teil des Konjunkturpakets II auf einen Gesamtbetrag von 1,5 Milliarden Euro gedeckelt. Das hätte 600.000 Anträgen entsprochen. Schon jetzt sind nach aktuellen Daten des Autohändlerverbandes ZDK 570.000 Kaufverträge auf Basis der Umweltprämie abgeschlossen worden. Man kann also schon zu diesem Zeitpunkt sagen: die Prämie geht weg wie warme Semmeln. Und mit dem vom kommenden Montag an geltenden neuen, vereinfachten online-Antragsverfahren werden – diese Vermutung ist naheliegend – die Antragszahlen nochmals schwunghaft ansteigen. Die Prämie kann künftig gegen Vorlage des Kaufvertrags reserviert werden. Der Käufer hat sich dann durch die Reservierung eine verbindliche Anwartschaft auf die Prämie gesichert, auch wenn das neue Auto erst später geliefert wird. Das erhöht den Kreis der Prämiennutzer erheblich. Ohne die Aufstockung wäre der Prämientopf so wohl spätestens im Mai, vielleicht schon im April, leer gewesen. Diejenigen, die sich nicht frühzeitig spontan zum Neuwagenkauf entscheiden konnten, wären die Dummen gewesen. Um wie viel genau der Topf nun wieder aufgefüllt werden soll, steht noch nicht fest. Hierüber wird die Koalition voraussichtlich nach Ostern beraten. Ich denke, der Betrag sollte so ausgerichtet sein, dass er bis zum Ende des Jahres reicht.
Die starke Nachfrage zeigt, dass es richtig war, zu diesem Konjunktur stützenden Mittel zu greifen. Mit der Abwrackprämie, die es in ähnlicher Form inzwischen auch in vielen anderen europäischen Ländern gibt, haben wir der Automobil- und Zulieferindustrie Luft zum Durchatmen verschafft. Wenngleich man bei aller Beigeisterung feststellen muss, dass leider nicht alle Hersteller profitieren. Der Hauptanteil der durch die Prämie zusätzlich ausgelösten Nachfrage entfällt auf VW. Der Wolfsburger Autobauer hat bis heute allein 170.000 Kaufverträge für PKW mit Umweltprämie abgeschlossen. Während Opel immerhin auch noch auf fast 50.000 Verkäufe kommt, kann Mercedes mit nur 1633 Verträgen kaum profitieren. Dies ist einerseits verständlich, weil die Abwrackprämie natürlich eher einen Kaufanreiz für einen Kleinwagen als für ein Oberklasseauto ist. Damit sind übrigens auch all die Kritiker widerlegt, die anfangs die absurde Theorie vertreten haben, dass mit der Umweltprämie insgesamt keine Schadstoffreduzierung erfolge, weil diese Prämie ja auch für den Kauf von Luxuswagen genutzt werden könne. Allerdings ist das insofern bedauerlich, als auch bei den Zulieferern dieser Marken damit nicht der gewünschte Konjunktureffekt erzielt wird. Plastal als Mercedes-Benz-Zulieferer ist ein trauriges Beispiel.
Alles in allem aber ist die Prämie eine Erfolgsgeschichte. Die Autoindustrie ist in Deutschland nun einmal die zentrale Branche. An jedem Arbeitsplatz, der hier erhalten wird, hängen weitere. Insofern habe ich auch nach wie vor die Hoffnung, dass Opel gerettet werden kann. Wir müssen alles tun, um hier zehntausende Arbeitsplätze zu retten!

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