Pressemitteilung:

Berlin, 27. August 2009
27.08.09

ATOMRISIKO BEWUSST VERSCHWIEGEN

Raabe: „Schwarz/Gelb hat unverantwortlich gehandelt“

Raabe: „Die Regierung Kohl hat damals ganz bewusst die Risiken bei der Endlagerung in Gorleben verschwiegen. Das war unverantwortlich. Ohne den Widerstand der Bevölkerung vor Ort und ohne das Moratorium der rot-grünen Bundesregierung wären die Menschen möglicherweise einer nicht unerheblichen Gefahr ausgesetzt worden. Jetzt stehen wir in der Endlagerfrage wieder ganz am Anfang. Wer heute noch, wie Union und FDP es tun, die Segnungen der Atomenergie preist, sich gleichzeitig am Atommüll aber nicht die Finger schmutzig machen will, der macht sich unglaubwürdig. Dass man die Atommüllfrage nicht einfach ignorieren kann, weiß kaum jemand besser als wir hier in und um Hanau.“

Akten aus dem Jahr 1983 belegen, dass die Experten der zuständigen Fachbehörde seinerzeit vor hohen Risiken in Gorleben gewarnt und die Erkundung anderer Standorte angemahnt hatten. Offenbar hatte sich die schwarz-gelbe Bundesregierung jedoch über alle Bedenken hinweggesetzt und ein entsprechendes Gutachten umschreiben lassen. Für Dr. Sascha Raabe ein Skandal: „Tricksen, täuschen, tarnen – es ist völlig inakzeptabel, dass damals mit einem frisierten Gutachten Politik gemacht worden ist. Ein derart leichtfertiger Umgang mit der Frage der Lagerung radioaktiver Stoffe ist schon mehr als ein starkes Stück. Union und FDP haben sich ausschließlich von Lobbyinteressen leiten lassen und dafür alle Sicherheitsbedenken in den Wind geschlagen. Jetzt stehen sie ohne jegliches Konzept da.“
Die neuen Erkenntnisse bedeuten wohl das endgültige Aus für ein Endlager in Gorleben. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat dies bereits signalisiert. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz hat sich klar für eine neue Endlagersuche ausgesprochen, bei der auch andere Gesteinsformationen als Salz einbezogen werden sollten. „Die aktuellen Probleme“, so Sascha Raabe, „sind ein eindeutiges Signal: Wir müssen raus aus der Atomkraft – und zwar so schnell wie möglich. Wir dürfen weder vor den Risiken, die die letzten Störfälle am Schrottmeiler Krümmel deutlich gemacht haben, noch vor dem strahlenden Müll die Augen verschließen.“ Die SPD werde daher in jedem Fall am beschlossenen Atomausstieg festhalten und auf eine stärkere Förderung der erneuerbaren Energien setzen. Raabe: „Sonne, Wind und Wasser - das sind zukunftsträchtige Energieträger. Das einzige, was an der Atomkraft zukunftsweisend ist, ist der radioaktive Müll. Der strahlt nämlich noch in tausenden von Jahren.“

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