Pressemitteilung:

Berlin, 11. Juni 2009
11.06.09

INSOLVENZ BEI KARSTADT

Dr. Sascha Raabe - Bericht aus Berlin

Für die fast 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Arcandor/Karstadt war das eine ganz schwarze Woche. Am Ende ließ sich die Insolvenz nicht mehr verhindern. Trotz intensiver Bemühungen insbesondere seitens der SPD musste der Konzern am Dienstag endgültig die weiße Fahne hissen. Zu groß waren die hausgemachten Probleme des Unternehmens, die nicht in der Wirtschaftskrise, sondern ganz überwiegend in Fehlern des Managements ihren Ursprung haben.
Zu gering war die Bereitschaft von Eigentümern, Gläubigerbanken und Immobilieninvestment-Gesellschaften, mit einem eigenen, substantiellen Beitrag an der Rettung des Unternehmens mitzuwirken. Zum jetzigen Zeitpunkt kann niemand sagen, wie viele Karstadt –Häuser geschlossen und wie viele Mitarbeiter auf die Straße gesetzt werden.

Ob es soweit hätte kommen müssen, hätten alle Beteiligten an einem Strang gezogen, lässt sich wohl nicht abschließend beantworten. Fest steht, dass der Lenkungsrat des „Wirtschaftsfonds Deutschland“ als unabhängiges Gremium letztlich im Einvernehmen mit der Bundesregierung entschieden hat, dass die Voraussetzungen für Staatsbürgschaften oder Kredite nicht vorlagen. Dafür hätte das Unternehmen nachweisen müssen, unverschuldet durch die Wirtschaftskrise in eine Schieflage geraten zu sein und ein schlüssiges Konzept für eine wirtschaftliche Perspektive mit Erhalt der Arbeitplätze zu haben. Dieser Nachweis blieb aus. Damit musste der Antrag abgelehnt werden.

Bitter ist das für die Beschäftigten der Karstadt-Filialen, denn sie haben bereits in den letzten Jahren erhebliche Opfer zur Sanierung des Konzerns bringen müssen. Sie sind im Gegensatz zu den Managern völlig unschuldig an der Insolvenz des Unternehmens. Deshalb sollten nun alle Anstrengungen unternommen werden, damit möglichst viele Arbeitsplätze für die Beschäftigten erhalten bzw. geschaffen werden.

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