Pressemitteilung:

Schöneck, 15. September 2009
15.09.09

Gerechte Globalisierung durch fairen Handel – „Faire Woche“ gestartet

RAABE BESUCHT „EINE-WELT“-LADEN IN SCHÖNECK

Unerwarteten Besuch gab es kürzlich im „Eine-Welt“-Laden in Schöneck. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe, Experte der SPD-Bundestagsfraktion für Entwicklungspolitik und Welthandelsfragen, schaute vorbei, um sich über die Produktpalette zu informieren. Nach dem Gespräch mit Sabine Forchel vom Weltladen äußerte er sich erfreut darüber, „dass immer mehr Menschen zu fair gehandelten Produkten greifen. Es gibt inzwischen in Deutschland ein sehr ausgeprägtes Problembewusstsein, wenn es um die gerechtere Gestaltung der Globalisierung geht.“

Um dieses Bewusstsein weiter zu schärfen veranstaltet das Forum fairer Handel auch in diesem Jahr wieder die „Faire Woche“. Unter dem Motto „Perspektiven schaffen – fair Handeln“ werden vom 14. bis 27. September in Schulen, Kirchengemeinden, Cafés und Weltläden bundesweit Veranstaltungen stattfinden. In Deutschland werden mittlerweile insgesamt rund 800 Weltläden gezählt. Es wird geschätzt, dass sich ca. 50.000 Ehrenamtliche für fairen Handel engagieren.
Raabe: „Jeder Verbraucher und jede Verbraucherin kann etwas tun, damit unsere Welt ein kleines Stück gerechter wird. Der Konsument erhält gute Produkte, und der Produzent im Herkunftsland erhält einen gerechten Preis.“ Der Absatz fair gehandelter Produkte ist in den letzten Jahren stetig angestiegen. Allein der Gesamtumsatz der Weltladenbewegung liegt heute bei etwa 60 Millionen Euro. Immer mehr fair gehandelte Produkte stammen inzwischen aus ökologischem Anbau. „Wer fair kauft“, erklärt Raabe, „der weiß, dass ökologische und soziale Standards eingehalten werden.“
Für die Entwicklungspolitik, so Raabe weiter, sei der faire Handel ein ganz wichtiger Aspekt. Es gehe darum, Märkte in den Entwicklungsländern aufzubauen und zu unterstützen, damit sich die Menschen dort mit ihrer eigenen Hände Arbeit aus der schlimmsten Armut befreien können. Welthandel und nachhaltige Entwicklungspolitik seien eng miteinander verflochten. Zudem würden sich durch neue Märkte im Süden auch neue Absatzmöglichkeiten für die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft ergeben. Entwicklungsexperte Raabe verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass erst kürzlich die Deutsche Bischofskonferenz in einem allgemeinen Aufruf zur Bundestagswahl auf die Bedeutung der Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam gemacht hatte. In dem Aufruf der Bischöfe heißt es u.a.: „Trotz aller Probleme, die wir in unserem Land zu lösen haben, dürfen wir nicht vergessen, dass in vielen Ländern dieser Erde Not und Armut herrschen. Auch die dort lebenden Menschen bedürfen unserer Solidarität. Die Politik in der nächsten Legislaturperiode wird deshalb auch danach zu beurteilen sein, welchen Stellenwert sie der Entwicklungszusammenarbeit beimisst.“ Diese Einschätzung, meint Sascha Raabe, könne er zu einhundert Prozent unterschreiben. Raabe: „Wer Entwicklungszusammenarbeit für unwichtig hält, der hat nicht verstanden, dass wir alle in einer Welt leben. Ich finde es toll, dass es gerade bei uns im Main-Kinzig-Kreis so viele Menschen gibt, die sich im Kampf gegen Hunger und Armut engagieren. Die zahlreichen Weltläden spielen dabei eine ganz zentrale Rolle.“

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