Pressemitteilung:

Berlin, 22. April 2010
22.04.10

...DIESMAL BERICHT AUS NICARAGUA

Dr. Sascha Raabe MdB - Bericht aus Berlin

Ich sitze fest. Statt in Berlin zu sein, wie es sonst in den Sitzungswochen des Bundestages selbstverständlich ist, bin ich – während ich dies schreibe – noch immer in Managua, der Hauptstadt Nicaraguas. Ich bin ein Opfer der isländischen Aschewolke geworden, die zeitweilig sämtliche Flüge nach Europa unmöglich gemacht hat und noch immer zu zahlreichen Flugausfällen führt.
Es ist das ungewöhnliche Ende einer Dienstreise, wie ich es in meiner Zeit als Abgeordneter noch nie erlebt habe. Als ehrenamtliches Mitglied im Verwaltungsrat des Deutschen Entwicklungsdienstes bin ich vor nunmehr elf Tagen mit einer Delegation nach Nicaragua aufgebrochen, um mich dort über die Arbeit des Dienstes und einige weitere Entwicklungsprojekte zu informieren. Die Reise war so geplant, dass ich unter normalen Umständen pünktlich zum traditionellen Anlassen der Motoren am vergangenen Sonntag in Gelnhausen wieder zurück gewesen wäre – immerhin bin ich dort seit Jahren Schirmherr und wollte den Bikern meine besten Wünsche für die neue Saison persönlich mit auf den Weg geben. Das war leider nicht möglich, der Vulkan auf Island hatte etwas dagegen.
In so einer Situation, die zweifellos unerfreulich aber nun einmal nicht zu ändern ist, kann das Motto nur lauten: Mach’s Beste draus! Es ist zwar etwas mühselig, sich auf gepackten Koffern von einer Flugstornierung zur nächsten zu hangeln, aber ich habe die Zeit dennoch gut genutzt. So habe ich zum einen per Telefonkonferenzen und E-Mail auch aus der Ferne den größten Teil der Büroarbeit erledigt, die in so einer Sitzungswoche anfällt. Das verlangt nicht zuletzt wegen der Zeitverschiebung von acht Stunden erhöhte Flexibilität (Dank hier auch an mein Mitarbeiterteam!), ist aber machbar. Und übrigens: manche Probleme sehen aus der Distanz viel kleiner aus und lassen sich sogar besser lösen.
Zum anderen habe ich mir hier vor Ort noch zusätzliche Projekte angesehen und viele Eindrücke gesammelt. Immerhin ist Nicaragua mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von gerade einmal 980 US-Dollar das zweitärmste Land Lateinamerikas und war lange Zeit eines der wichtigsten Zielländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Da gibt es viel zu erkunden, wo und wie geholfen wird oder geholfen werden könnte. Auffallend ist die enge Verbindung zu Deutschland. Überall im Land gibt es Städtepartnerschaften. Gemeinsam mit meinem grünen Kollegen Hans-Christian Ströbele konnte ich mir sogar ein Partnerprojekt des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg ansehen, bei dem es darum geht, den nicaraguanischen Bauern moderne Anbaumethoden nahe zu bringen. Das war insofern interessant, als der Kollege den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg als Wahlkreis im Bundestag vertritt und ich dort in den Sitzungswochen meinen Berliner Zweitwohnsitz habe, wir also beide einen persönlichen Bezug haben.
Nun bin ich gespannt, wie es mit den Flügen weitergeht. Obwohl es sicher noch vieles zu sehen gäbe, hoffe ich darauf, dass ich bald die Heimreise antreten kann. Wann das der Fall sein wird, weiß nur der Vulkan.

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