Pressemitteilung:

Alzenau/Main-Kinzig-Kreis, 03. Mai 2010
03.05.10

650 ARBEITSPLÄTZE IN GEFAHR

Schott Solar aus Alzenau droht Abwanderung – Raabe: unverantwortliche Politik

Der Bundestagsabgeordnete für den Main-Kinzig-Kreis, Dr. Sascha Raabe (SPD), vernimmt mit Sorge die Ankündigung von Schott Solar-Chef Martin Hennings, bei der geplanten Kürzung der Einspeisevergütung für Solaranlagen, einen Standortwechsel ins Ausland in Erwägung zu ziehen. Damit würden die 650 Arbeitsplätze am Produktionsstandort Alzenau wegfallen.
„Die Bundesregierung muss endlich ihre kontraproduktive Energiepolitik beenden“, fordert Raabe. „Während Unternehmen in zukünftigen Sektoren wie der Solarenergie um ihr Überleben kämpfen müssen, wird den großen Atomriesen das Geld in den Rachen geworfen. Das ist unverantwortliche Klientelpolitik, die zulasten vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch hier im Main-Kinzig-Kreis geht.“

Noch im Februar lud Raabe die Betriebsräte der Schott Solar AG nach Berlin ein, um gemeinsam Lösungen für eine Abkehr von der von Bundesumweltminister Röttgen angekündigten Kürzungen der Solarförderung, zu suchen. Es scheint alles nichts zu helfen. Röttgen will an der geplanten zusätzlichen Kürzung zum 1. Juli um 15 bis 16 Prozent, je nach Anlagetyp, festhalten. In einem Interview der Financial Times Deutschland kündigt der Chef des Solaranlagenbauers Martin Heming an, sich nach neuen Produktionsstandorten in Asien umsehen zu müssen. Die Harakiripolitik der Bundesregierung im Bereich der Energieversorgung ließe keine weitere Produktion in Deutschland zu. Weitere Kostensenkungen, zu denen die Kürzung zwinge, kann das Unternehmen nicht mehr verkraften. „Was hier passiert ist mit Worten nicht zu beschreiben. Jahrelang wurde durch kluge Förderpolitik Deutschland erfolgreich zum Primus im Bereich der Erneuerbaren Energien. Es dauert kein Jahr, da schafft es diese Bundesregierung durch völlig verfehlte und überzogene Kürzungen, die neu geschaffenen Arbeitsplätze in Deutschland zu vernichten“, echauffiert sich Raabe. Dabei gehe es nicht um Kürzungen an sich, so Raabe, sondern um eine mit Augenmaß angepasste Politik. Doch hier scheint die Bundesregierung blind zu sein.
Schott Solar ist kein Einzelfall. Seit bekannt werden der Kürzungsvorhaben gibt es einen allgemeinen Abwanderungstrend der Branche in Richtung Asien. Branchengrößen wie Q-Cells, Solarworld oder Solon suchen neue Produktionsstandorte in Asien. Derzeit produziert Schott Solar in Alzenau mit rund 650 Beschäftigten Photovoltaik-Module und Silizium-Wafer, die Vorstufe der Module. Raabe kündigt an, sich weiterhin für die Solarbranche und den Standort Alzenau einzusetzen: „Wir als Sozialdemokraten werden alles daran setzen diese Politik der Abrissbirne zu verhindern und versuchen die Bundesregierung umzustimmen. Es wäre für die ganze Region und den Main-Kinzig-Kreis wichtig, dass die dortigen Arbeitsplätze erhalten bleiben.“

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