Pressemitteilung:

Berlin, 06. August 2010
06.08.10

HAUSÄRZTLICHE VERSORGUNG GEFÄHRDET

Raabe kritisiert Röslers "Reform-Murks"

Der SPD-Bundestagsabgeordnete für den Main-Kinzig-Kreis, Dr. Sascha Raabe, hat sich klar gegen die Re-formpläne von Gesundheitsminister Rösler (FDP) ausgesprochen. Die Vorschläge, die jetzt auf dem Tisch lägen, seien „Murks“ und hätten nichts mit der urs-prünglichen Ankündigung des Ministers zu tun, dass das Gesundheitssystem besser, aber nicht teurer wer-den solle. Raabe: „Im Gegenteil: Alles wird teurer, aber nichts besser. Vieles wird sogar schlechter, etwa die hausärztliche Versorgung.“
So plant Rösler Einsparungen bei den Hausarzthonoraren, indem er die Bedingungen verändert, zu denen die Hau-särzte ihre Verträge mit den Krankenkassen schließen können. Der Hausärzteverband hat bereits seinen Wider-stand angekündigt und eine Kampagne gegen die Reformpläne gestartet. Die große Koalition hatte erst 2008 die Position der Hausärzte erheblich gestärkt.
Dr. Sascha Raabe sieht insbesondere im ländlichen Raum die wichtige hausärztliche Versorgung gefährdet, wenn die Pläne in die Tat umgesetzt werden: „Es ist wichtig, gerade für junge Ärzte und Ärztinnen die Arbeit in ländlichen Re-gionen attraktiv und wirtschaftlich zu halten. Der Landarzt darf nicht aussterben. In einigen Gegenden im Main-Kinzig-Kreis sehen wir bereits, dass die flächendeckende medizinische Versorgung dünner wird. Zum Teil müssen schon heute lange Wege zurückgelegt werden, um die nächste Praxis zu erreichen. Das ist besonders für ältere Patienten oft ein Problem.“
Zwar gebe es in Deutschland immer noch eine hohe Ärztedichte, erklärt Raabe, aber nicht bei den Hausärzten. So gebe es in kaum einem anderen Land so viele Fachärzte wie in Deutschland, nämlich doppelt so viele, wie Hausärzte. Aufgrund der schlechten Bezahlung würden sich immer weniger Medizinstudenten für den allgemeinen Hausarztberuf entscheiden. Dies sei, so Raabe, eine langfristig teure Fehlentwicklung für das Gesundheitswesen, weil die Hausärzte diejenigen sind, die verstärkt die Vorbeugemedizin anbieten könnten, da sie ihre Patienten oft über Jahre hinweg betreuen. Es sei erwiesen, dass etwa 80 Prozent aller Krankheitsfälle durch eine bessere Vorbeugung vermieden oder zumindest aufgeschoben oder gelindert werden könnten. Raabe appelliert daher: „Wir müssen die Hausärzte als Lotsen im Gesundheitswesen stärken. Das ist ein ganz wesentlicher Faktor, um die Wirtschaftlichkeit und Qualität unseres Gesundheitssystems langfristig zu sichern. Der seinerzeit von der großen Koalition eingeschlagene Weg in die hausarztzentrierte Versorgung war und ist richtig und darf von schwarz-gelb jetzt nicht beendet werden.“

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