Pressemitteilung:

Main-Kinzig-Kreis, 26. November 2010
26.11.10

KÜNFTIG NOCH MEHR FLUGLÄRM?

Raabe: „Minister und DFS müssen Sorgen ernst nehmen“

Der SPD-Bundestagsabgeordnete für den Main-Kinzig-Kreis, Dr. Sascha Raabe, warnt vor den Auswirkungen der geplanten Luftraumänderung im Einzugsgebiet des Frankfurter Flughafens. Er befürchtet eine Zunahme des Fluglärms in der Region.
Raabe: „Die Bürgerinnen und Bürger hier im Main-Kinzig-Kreis zählen in Sachen Fluglärmbelastung wohl zu den geplagtesten in ganz Deutschland. Sie erwarten zu Recht, dass die Verantwortlichen ihre Anliegen – die Sorge vor gesundheitlichen Auswirkungen und den Wunsch nach Lebensqualität – ernst nehmen.“ Mit einem Schreiben hat sich der Abgeordnete, der sich seit Jahren für die Einführung eines lärmarmen Anflugverfahrens für Frankfurt einsetzt, jetzt an Verkehrsminister Ramsauer gewandt.

Die Inbetriebnahme der neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen im Herbst 2011 macht eine Neuordnung des Luftraumes notwendig. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) plant in diesem Zusammenhang eine Ausweitung des so genannten Luftraumes C, der nur von der Verkehrsfliegerei genutzt werden darf. Vorgesehen ist u.a. eine gravierende Absenkung dieses Luftraums C bis nach Wächtersbach von 1700 m auf 1100 m über Meeresspiegel (MSL). Das bedeutet, dass die Verkehrsflugzeuge statt in 1800 m Höhe zukünftig in 1200 m MSL anfliegen können. Bei dieser geringen Höhe von real 1000 m über Grund schon im Bereich Wächtersbach wird erhöhte Triebwerksleistung für den anschließenden Horizontalflug benötigt, was unnötigen Lärm und Treibstoffverbrauch verursacht. Das bedeutet nicht nur eine höhere Belastung der betroffenen Anwohner, sondern ist auch aus ökologischen Gesichtspunkten kritisch zu bewerten. Raabe: „Das lärmarme Sinkflug-Landeverfahren, wie es an anderen Großflughäfen wie etwa London-Heathrow praktiziert wird, wird bei einem ohnehin derart niedrigen Anflug praktisch unmöglich gemacht.“

Betroffen von den Plänen der DFS sind auch die Sportflieger, für die der Luftraum C gesperrt ist. Als Folge der Absenkung des Luftraums werden sie gezwungen, in tieferen Höhen den Vogelsberg und den Spessart zu überfliegen, was Sicherheitsrisiken birgt. So klagt Inga Willenbrink vom Aero-Club Langenselbold, die sich mit der Bitte um Unterstützung an Sascha Raabe gewandt hatte: „Gerade wir Segelflieger sind von diesen Planungen besonders betroffen. Für uns ist mehr Flughöhe gleichbedeutend mit mehr Sicherheit.“ Sie kritisiert, dass die DFS auf die Interessen der Sportpiloten überhaupt nicht eingegangen sei.

In Raabes Brief an Verkehrsminister Ramsauer heißt es dementsprechend: „Die derzeitigen Planungen der DFS für den Luftraum Frankfurt gehen klar zu Lasten der Bevölkerung im Anflugbereich. Außerdem gefährden sie die Sicherheit der Sportfliegerei. Beides halte ich für nicht hinnehmbar.“ Den Minister fordert Raabe auf, angesichts der Tatsache, dass die neue Bahn am Frankfurter Airport erst im Herbst 2011 in Betrieb gehen soll, die endgültige Festlegung des Luftraumes zu verschieben, um so Zeit für die Suche nach einem Kompromiss zu gewinnen. Eigentlich soll die Entscheidung bereits Mitte Dezember fallen. Raabe hofft auf ein schnelles Handeln des Ministers. In seinem Brief schreibt er: „Ich möchte Sie daher im Namen der Bürgerinnen und Bürger des Main-Kinzig-Kreises bitten, sich bei der DFS für eine Lösung im Sinne aller Beteiligten einzusetzen und die bisherigen Pläne für eine Ausweitung des Luftraumes C einer genauen Prüfung zu unterziehen.“

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