Pressemitteilung:

Hanau, 06. Juli 2011
06.07.11

HANAUER VAC DARF NICHT ZUM SPIELBALL WERDEN

Raabe: „Erzielte Rendite ist unmoralisch“

Mit Wut und Empörung hat der SPD-Bundestagsabgeordnete für den Main-Kinzig-Kreis, Dr. Sascha Raabe, auf Meldungen über den Verkauf der Hanauer Vacuumschmelze (VAC) reagiert. Raabe: „Wenn die Zahlen, die jetzt genannt werden, stimmen, und der Finanzinvestor beim Verkauf tatsächlich einen Gewinn von über 100 Prozent für sich verbuchen kann, dann ist das auf gut Deutsch gesagt eine Sauerei. Eine Rendite in dieser Größenordnung halte ich angesichts der Vorgeschichte für absolut unmoralisch. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich damals mit den Streikenden vor dem Werkstor gestanden habe. Da ging es um die Existenzen von Familien und jetzt machen sich hier einige Wenige auf Kosten der Arbeitnehmer die Taschen voll. Das ist genau die Gier, die unsere Gesellschaft vor eine Zerreißprobe stellt.“
Wie jetzt bekannt wurde, soll die VAC für rund 700 Millionen Euro vom US-Finanzinvestor One Equity Partner (OEP) an einen amerikanischen Spezialchemiekonzern weiterverkauft werden. Die OEP hatte die VAC 2005 für etwa 300 Millionen Euro übernommen und in der Folge heftige Auseinandersetzungen mit der Belegschaft geführt. Um mehr Gewinn zu erwirtschaften hatte die Geschäftsleitung 2008 den Flächentarifvertrag verlassen und damit einen Streik der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer provoziert. Am Ende von zähen Verhandlungen standen damals erhebliche Lohneinbußen.
„Wenn man sich zurückerinnert, wie eiskalt die OEP damals mit den Menschen umgesprungen ist und welchen Gewinn sie jetzt auf dem Rücken der Arbeitnehmer erzielen kann, dann kann man nur die Wut kriegen“, findet Sascha Raabe. Ein gesundes Unternehmen wie die VAC mit seinen hochmotivierten und qualifizierten Mitarbeitern dürfe nicht in einer solchen Art und Weise zum Spielball von Investoren gemacht werden. Zwar könne der Einstieg eines strategischen Partners für die VAC am Ende besser sein, als die Abhängigkeit von einer „Heuschrecke“, also einem reinen Finanzinvestor, aber, so Raabe, er habe die Befürchtung, dass am Ende wieder die Belegschaft für den hohen Kauf-preis „bluten“ müsse. Es müsse zumindest sicher gestellt werden, das die Kosten einer kreditfinanzierten Übernahme vom neuen Investor nicht der VAC auferlegt würden. Außerdem fordert Raabe: „Wenn das Unternehmen eine derart hohe Wertsteigerung erfahren hat, dann müssen zuallererst die Mitarbeiter davon profitieren und in erheblichem Umfang am Gewinn beteiligt werden. Im Gegensatz zum Investor haben sie schließlich hart dafür gearbeitet.“

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