Pressemitteilung:

Berlin/Main-Kinzig-Kreis, 29. August 2011
29.08.11

Raabe: „Rückenwind für Fluglärm-Gegner“

UMWELTBUNDESAMT UNTERSTÜTZT FORDERUNGEN NACH CDA-VERFAHREN UND NACHTFLUGVERBOT

Das Umweltbundesamt unterstützt die Forderungen nach dem lärmarmen CDA-Anflugverfahren und einem Nachtflugverbot für den Frankfurter Flughafen. Dies geht aus einem Schreiben des Präsidenten des Umweltbundesamtes; Jochen Flasbarth, an Dr. Sascha Raabe, SPD-Bundestagsabgeordneter für den Main-Kinzig-Kreis, hervor. Raabe, der sich kürzlich mit einem eindringlichen Appell an das Bundesamt gewandt und die Behörde auf die Fluglärmsituation im Main-Kinzig-Kreis aufmerksam gemacht hatte, ist dankbar für die Unterstützung: „Die klare Haltung des Umweltbundesamtes gibt uns, die wir hier im Kreis gemeinsam gegen den Fluglärm kämpfen, Rückenwind.“
In seinem Brief spricht sich Flasbarth eindeutig für die Einführung des kontinuierlichen lärm- und schadstoffärmeren Sinkflugverfahrens aus, das derzeit am Flughafen Frankfurt nur in der Zeit von 23:00 bis 5:00 Uhr praktiziert werde. Zwar ist es dem Umweltbundesamt rechtlich nicht möglich, der Deutschen Flugsicherung Auflagen bei der Gestaltung neuer Flugrouten zu machen. Jedoch wird das Umweltbundesamt bei Änderungen mit besonderer Bedeutung für den Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm nach dem Luftverkehrsgesetz für eine, wie es im Rechtsdeutsch heißt, lärmfachliche Beurteilung ins Benehmen gesetzt. Flasbarth stellt klar: „Das Umweltbundesamt wird im Rahmen der Benehmensbeteiligung auf die Einführung des CDA-Verfahrens auch am Tage hinwirken.“
Darüber hinaus plädiert der Chef des Umweltbundesamtes für ein Nachflugverbot von 22:00 bis 6:00 Uhr und nimmt hierfür die Landesregierung in die Pflicht: „Die Einführung einer solchen Flugbetriebsbeschränkung liegt beim zuständigen Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung.“ Aus Raabes Sicht legt Flasbarth damit den Finger in die Wunde: „Hätte die Landesregierung beim Nachflugverbot ihr Wort nicht gebrochen, hätten wir jetzt zumindest in der Nacht unsere Ruhe“, ärgert sich der Bundestagsabgeordnete Er begrüße es daher sehr, so Raabe, das es auch in dieser Frage eine klare Positionierung des Umweltbundesamtes gebe, die genau der Beschlusslage des Kreistages und der Bürgermeisterkreisversammlung entspreche.
Raabe weiter: „Wenn wir im Kampf gegen den Fluglärm Erfolg haben wollen, müssen wir starke Unterstützer und gute Argumente haben. Ich halte es daher für eine sehr gute Sache, dass Landrat Erich Pipa ein eigenes Gutachten des Kreises für ein alternatives Anflugkonzept erstellen lassen will. Wenn es uns so gelingt, machbare Alternativen aufzuzeigen, können wir die gebetsmühlenartig wiederholte Argumentation der DFS erschüttern. Dann kann sich auch der Verkehrsminister nicht mehr wegducken.“
Eine weitere Studie, die die gesundheitlichen Auswirkungen des Flugverkehrs am Frankfurter Flughafen untersucht, entsteht an der Bochumer Ruhr-Universität. Wie das Umweltbundesamt, das an dieser Studie beteiligt ist, mitteilte, ist diese Studie in drei Komponenten untergliedert, die die allgemeine Belästigung durch Fluglärm, lärmbedingte Erkrankungsrisiken und die gestörte Leistungsfähigkeit von Schulkindern behandeln.

Sitemap