Pressemitteilung:

Hanau/Main-Kinzig-Kreis, 16. September 2011
16.09.11

FACHKRÄFTEMANGEL KONSEQUENT ANGEHEN

Raabe und Noblé zeigen Lösungen auf

Der Mangel an qualifizierten Fachkräften macht der deutschen Wirtschaft zunehmend zu schaffen. Auch die Betriebe in Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis leiden mehr und mehr unter dem Problem. Wege zur Beseitigung des Fachkräftemangels diskutierte dieser Tage der Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe (SPD) mit dem Leiter der Hanauer Arbeitsagentur Alexander Noblé. Beide waren sich einig: „Der Fachkräftemangel muss konsequent angegangen werden. Es gibt zu viel Potential, das insbesondere bei jungen Menschen ungenutzt bleibt. Hier ist die Politik gefordert, mit gezielter Förderung zu helfen. Da darf nicht an der falschen Stelle gespart werden.“
Raabe kritisierte in diesem Zusammenhang die von der Bundesregierung geplanten massiven Einschnitte bei den Mitteln für aktive Arbeitsmarktpolitik: „Die Spielräume für sinnvolle Eingliederungs- und Qualifizierungsmaßnahmen werden immer weiter eingeengt. Diese Sparpolitik ist kurzsichtig, denn sie schadet mittelfristig unserer Wirtschaft. Wir müssen uns als Gesellschaft die Förderung auch von jungen Menschen mit einem nicht so geraden Lebensweg leisten, denn den Mangel an Fachkräften können wir uns nicht leisten.“
Großes Lob fand der Abgeordnete für die Initiative „Mut zum Risiko“ („abH-plus“) der Hanauer Arbeitsagentur: „Eine tolle Chance für diejenigen Jugendlichen, die sonst immer mehr abgehängt werden. Aber auch für die Betriebe, die ihre Ausbildungsplätze besetzen können.“ Im Rahmen dieser Initiative unterstützt die Agentur Unternehmen, die Problemjugendlichen einen Ausbildungsplatz bieten. „10 bis 20 Prozent der Jugendlichen finden aufgrund von persönlichen Problemen und Auffälligkeiten keine Ausbildungsstelle. Mit unseren ausbildungsbegleitenden Hilfen können wir dafür sorgen, dass sie in den normalen Arbeitsalltag eingegliedert werden. Die Fachkräfte von morgen müssen heute in den Betrieben ausgebildet werden – auch wenn es nicht immer einfach ist“, erläutert Alexander Noblé.
Einig waren sich Noblé und Raabe auch darin, dass das Problem Fachkräftemangel auf Dauer nur gelöst werden kann, wenn die Frauenerwerbsquote nachhaltig gesteigert wird. Noblé stellte fest, dass noch immer vielen hochqualifizierten jungen Müttern die Rückkehr in den Beruf durch ein unzureichendes Betreuungsangebot erschwert würde. Er plädierte daher dafür, direkt in den Betrieben Betreuungsangebote zu organisieren. Raabe gab ihm Recht: „Wenn es solche Angebote in den Firmen gäbe, wäre das sicher ideal. Wir haben in der großen Koalition seinerzeit zwar einiges auf den Weg gebracht, etwa den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter 3-Jährige ab 2013. Fakt ist aber, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf leider nach wie vor ein Problem darstellt.“
Bei dem Treffen informierte Noblé Raabe zudem über die anstehenden strukturellen Veränderungen in den Gebietszuständigkeiten der Agenturen, die den Grenzen der kommunalen Gebietskörperschaften angepasst werden sollen. Im Zuge dessen soll die Zahl der Arbeitsagenturen bundesweit von derzeit 176 Agenturen auf 156 Agenturen, in Hessen von 22 auf 13 Agenturen gekürzt, bzw. fusioniert werden. Er hoffe, so Noblé, dass die Reform so umgesetzt werde, ohne dass die Kompetenzen der Mitarbeiter vor Ort verloren gingen. Und Sascha Raabe mahnte in Richtung Bundesagentur an, dass die Dienststellen in Gelnhausen und Schlüchtern nicht zu reinen Außenstellen herabgestuft werden dürften, sondern mit eigenen Geschäftsstellenleitern ausgestattet bleiben müssten.

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