Pressemitteilung:

09. Mai 2014

„Ich habe größten Respekt vor ihrer Arbeit“

Erfolgsgeschichte K35 und stümperhafte Einbrecher: Dr. Raabe besucht Polizeidirektion
+Ein sicheres Gefühl: Bundestagsabgeordneter Dr. Sascha Raabe umringt von Leitern und Mitarbeitern der Polizei Main-Kinzig.

Warum ist das K35 eine Erfolgsgeschichte? Wieso hat die Autobahn 66 einen „Diebstahlkorridor“? Wie kann man mit einfachen Mitteln Einbrüche verhindern? Antworten auf diese und viele andere Fragen erhielt der Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe bei einem Besuch der Polizeidirektion Main-Kinzig. „Das Ansehen der Polizei ist gut. Ich zolle ihrer Arbeit größten Respekt", bilanzierte der SPD-Politiker aus Rodenbach nach einem Rundgang durch das Polizeihochhaus am Freiheitsplatz, durch das ihn Hans Günter Knapp (Leiter der Polizeidirektion Main-Kinzig), Burkhard Kratz (Leiter der Polizeistation Hanau I), Marc Blume (stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeistation Hanau II) und Marc Göbel (Leiter der Führungsgruppe der Polizeidirektion Main-Kinzig) führten.

Die wichtigste Erkenntnis: Die Realität läuft der öffentlichen Wahrnehmung entgegen. Das Leben im Main-Kinzig-Kreis ist nicht brutaler, krimineller geworden. Die Zahl der Straftaten ist rückläufig. 2003 verzeichnete die Polizeidirektion Hanau noch 25.000 Delikte. 2013 sank die Zahl auf 19.860 Delikte. Die Aufklärungsquote konnte dabei auf den historischen Höchst-stand von 58,6 % gesteigert werden. Dafür verantwortlich zeichnet die Arbeit der rd. 470 Beamten und Mitarbeiter in den sieben Polizeistationen im Main-Kinzig-Kreis, den drei tagsüber besetzten Polizeiposten in Erlensee, Bruchköbel und Wächtersbach und der Regionalen Kriminalitätsinspektion. „Wir sind personell gut aufgestellt", berichtete Direktionsleiter Knapp dem Bundestagsabgeordneten.
Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Prävention. „In Hanau gab es 238 Wohnungseinbrüche in 2013. Für eine Stadt mit über 90.000 Einwohnern ist das sehr wenig und ein Rückgang gegenüber 2012, aber immer noch 238 zu viel“, sagte Marc Blume. „Die Haustüre nicht schließen, sondern verschließen“ ist der einfachste von vielen Tipps, die Hauptkommissar Stefan Adelmann von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Hanau (06181-100233/E-Mail beratungsstelle.ppsoh@polizei.hessen.de) kostenlos und auf Wunsch auch vor Ort gibt. „Die meisten Einbrecher sind keine Profis, sondern eher Stümper“, bringt es Blume auf den Punkt. Vielen Versuchen stehen nur wenige erfolgreiche Einbrüche gegenüber. In einem Hanauer Stadtteil versuchte sich ein Ganove vergeblich an mehr als 10 Haustüren, bevor ihm ein Einbruch gelang. Dennoch bedeutet die Serie 10 Delikte in der Statistik. Offensichtlich ist auch, dass Einbrecher schnelle Fluchtwege bevorzugen. Sieben, acht Kilometer links und rechts der A66 könne man von einem „ Einbruchkorridor“ sprechen, in dem die Gefahr eines Wohnungseinbruchs höher sei als in weiter abgelegenen Kommunen.
Fakt ist auch, dass zehn Prozent der Täter der Polizei 90 Prozent der Arbeit beschert. Die oft jungen Mehrfachintensivtäter sind ein Fall für das K35. „Das ist ein sehr erfolgreiches Modell, das richtig gut ausgebaut wurde“, berichtete Burkhard Kratz. „Wenn einer aus einer Clique zwangsweise den Wohnsitz gewechselt hat, spricht sich das bei den jungen Leuten um“, sagt Kratz über die personenbezogene Arbeit des K35. Zudem seien die Gerichte schneller geworden und die Strafe folge schneller nach den Taten.
„Es ist schön zu hören, dass es bei der Verbrechensbekämpfung entgegen der Berichterstattung in den Medien erfreuliche Tendenzen gibt. Wichtig ist, die Bürger verstärkt zu motivieren, mehr für den Schutz ihrer eigenen vier Wände zu tun. Die kostenlosen Beratungsangebote der Polizei sind dafür hervorragende Instrumente“, appellierte Raabe. Der SPD-Politiker kam auch noch einmal auf die NPD-Kundgebungen vom letzten Jahr in Hanau zu sprechen. "Es ist wirklich eine undankbare Aufgabe, wenn unsere Polizeibeamten gegen ihre eigene politische Überzeugung Aufmärsche von Rechtsextremen schützen müssen." Raabe dankte den Polizeibeamten nochmal für ihren besonnenen Einsatz und sprach den Wunsch aus, dass den Beamten nach einem diesmal hoffentlich erfolgreichen NPD-Parteiverbot Einsätze dieser Art künftig erspart bleiben.


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