Meldung:

11. Dezember 2014

Bericht aus Berlin_11.12.2014

A Schmarrn

Es war der Witz der Woche: Die CSU aus Bayern fordert, dass alle Ausländer zu Hause Deutsch sprechen sollen. „Welch ein Schmarrn!“ – möchte man dem in zünftigem Bayrisch entgegenhalten. Oder auch „Dahoam is Dahoam“ und geht den Staat nichts an. Wir brauchen keine Sprachpolizei, sondern eine Populismuspolizei, die eingreift, wenn die CSU mal wieder am rechten Rand fischt.
Das Schlimme an der Geschichte ist, dass die CSU ein durchaus ernstes Problem mit ihrer Kampagne ins Lächerliche zieht und keinerlei Lösungsansätze aufzeigt. Natürlich ist das Erlernen der deutschen Sprache für diejenigen, die dauerhaft bei uns bleiben wollen, ein wesentlicher Baustein für die Integration. Es nützt aber nichts, einfach nur zu fordern, dass auf einmal alle Deutsch sprechen müssen. Vor dem Fordern muss das Fördern stehen. Viele würden ja gerne Deutsch lernen, wenn sie denn die Möglichkeit dazu bekämen. Die CSU hätte also besser einmal Vorschläge machen sollen, wie der Spracherwerb durch die Länder erfolgreich gefördert werden kann. Da liegt nämlich einiges im Argen. Zwar haben wir in der Bundesregierung schon einiges auf den Weg gebracht, um das Angebot auszubauen, wir haben neben den Integrationskursen für die Erwachsenen ein besonderes Augenmerk auf die Sprachförderung der Kleinsten in den Kitas und Grundschulen gelegt. So haben wir erst im Sommer beschlossen, das Förderprogramm „Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration“ des Bundesfamilienministeriums aufzustocken. Bis Ende 2015 sollen bundesweit bis zu 4.000 Schwerpunkt-Kitas gefördert werden, darunter auch 20 Kitas in Hanau, zwei weitere in Maintal sowie die Kita Wirbelwind in Bruchköbel. Gerade die frühkindliche Bildung ist für das Erlernen der Sprache so elementar wichtig. Und auch Förderprogramme, die die Integration und den Zusammenhalt in sozial schwachen Stadtvierteln stärken, wie etwa das Programm „Soziale Stadt“, das von schwarz-gelb massiv zusammengestrichen worden war, haben wir wiederbelebt. Asylbewerber hätten hingegen ohne das große ehrenamtliche Engagement der freiwilligen Helferkreise keine Chance auf regelmäßigen Deutschunterricht. Hier muss der Bund handeln. Es gibt also ganz konkret viel zu tun. Da helfen dumpfe Parolen aus Bayern sicher nicht weiter.


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