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04. März 2015

Solidarität mit der Belegschaft

J. Philipp: Gewerkschaft dankt Dr. Sascha Raabe für Kontakte zu Wirtschaftsministerium

„Erst Maßanzug, jetzt tote Hose“ lautete die Schrift auf einem Protestplakat der Belegschaft. Nun haben sich die Befürchtungen bestätigt: J. Philipp hat Insolvenz angemeldet. Laut Geschäftsführer Dr. Joachim Sproß soll das traditionsreiche Hanauer Bekleidungsunternehmen mit stark reduzierter Belegschaft weitergeführt werden. Noch am Samstag hatte der Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe bei einer Kundgebung vor dem Werksgelände in Hanau-Wilhelmsbad gemeinsam mit weiteren Politikern und Bürgern seine Solidarität mit der rund 100-köpfigen Belegschaft gezeigt.
"Es ist einfach nur schlimm und traurig, wie hier mit langjährig Beschäftigten umgegangen wird", kritisierte Raabe, der zuvor bereits einen geharnischten Brief an die Geschäftsleitung der Firma Clinton geschrieben hatte.
Der SPD-Politiker begrüßte das Ziel, unter Vorsitz von Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) eine Einigungsstelle zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat einzurichten. Kaminsky hatte Geschäftsführer Sproß „das Fehlen jeglichen Respekts vor ehrlicher Arbeit“ vorgeworfen. Was in Hanau geschehe, sei Unrecht. Ein Jobangebot für Näherinnen, die unter 1.500 Euro netto verdienen, in der neuen Clinton-Konzernzentrale in Hoppegeraten (Brandenburg) bezeichnete Kaminsky als „blanken Zynismus“.
„Ich zolle der Belegschaft Respekt und Anerkennung für ihren Widerstand“, sagte Raabe, der von IG-Metall-Gewerkschaftsvertreter Robert Weißenbrunner gelobt wurde, dass er den Kontakt zum Wirtschaftsministerium Brandenburg hergestellt habe. Die Firma Clinton als bisheriger Inhaber der J. Philipp & Co. GmbH hatte vom Land Brandenburg für den Bau der neuen Konzernzentrale in Hoppegarten Fördergelder von über 15 Millionen Euro erhalten – mit der Auflage, neue Stellen zu schaffen. „Hier werden öffentliche Fördermittel verwendet, um in Hanau Jobs zu zerstören und woanders wieder anzusiedeln“, geißelte Gewerkschafter Weißenbrunner, der der Firma Clinton vorwarf, „Maschinen und Know-how aus Hanau abgezogen und der Gemeinschaft die Belegschaft vor die Füße geworfen“ zu haben.


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