Pressemitteilung:

06. August 2015

„Eine Schieflage im System“

Krankenhäuser in Not: Bundestagsabgeordneter Dr. Raabe fordert gerechtere Verteilung der Finanzmittel
+Begrüßenswerteres Signal für die medizinische Versorgungssicherheit der Bürger: Geschäftsführer Michael Sammet und Pflegedirektorin Jutta Berg zeigen dem Bundestagsabgeordneten Dr. Sascha Raabe (links) die Pläne für die Modernisierung des St.-Vinzenz

Als äußerst begrüßenswertes Signal für die medizinische Versorgungssicherheit der Bürger aus Hanau und der Region erachtet Bundestagsabgeordneter Dr. Sascha Raabe die Modernisierung des St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau. 35 Millionen Euro werden in den Umbau investiert. Bis Ende 2017 entstehen im Zuge der „Altbauablösung“ 140 neue Betten und fortschrittliche Operationssäle. Der Umbau war aber nur ein Thema in dem Gespräch, das der SPD-Politiker mit St.-Vinzenz-Geschäftsführer Michael Sammet und Pflegedirektorin Jutta Berg führte. Im Kern ging es um das "Krankenhausstrukturgesetz", das in erster Lesung im Juli in den Bundes-tag eingebracht und nach der Sommerpause verabschiedet werden soll. Hier fürchtet Geschäftsführer Sammet anstelle einer Stärkung weitere Einschnitte beim Personal.
„Ein Krankenhaus, das über Jahre hinweg unveränderte Leistungen er-bringt, wäre schon längst verschwunden“, verdeutlichte Geschäftsführer Sammet das Problem. Das „Grundübel“ sei, dass die berechtigten Tarifsteigerungen der Mitarbeiter nur zu einem Teil von den Krankenkassen übernommen werden. Weil 70 Prozent der Kosten auf das Personal entfallen, bleibe nur eine Stellschraube: mit dem gleichen Personal mehr Patienten behandeln. Im neuen Gesetz sei zwar ein Pflegestellenförderprogramm vorgesehen, aber durch gleichzeitige andere Kürzungen beispielsweise durch Wegfall des Versorgungszuschlages, bliebe unter dem Strich sogar ein Verlust von Personalstellen.
„Hier herrscht eine Schieflage im System. Wir brauchen mehr Mittel für das Krankenhauspersonal und nicht weniger“, pflichtete Raabe dem Geschäftsführer bei. Für Raabe ist nicht in erster Linie der aus Kassenbeiträgen gefüllte Gesamttopf zu klein, sondern der Anteil für die Krankenhäuser zu niedrig. „Krankenhäuser benötigen eine größere Lobby, zumal die Anforderungen aufgrund des demographischen Wandels weiter steigen werden. Es muss deutlich mehr in Personal investiert werden, damit die schwere Arbeit auf mehr Schultern verteilt werden kann und wieder mehr Zeit für die Patienten da ist. Erstes Ziel wäre, die absurde Situation zu ändern, dass Tarifsteigerungen des Personals nicht zu 100 Prozent ausgeglichen werden“, befand Raabe. In diesem Sinne wolle er sich auch bei seinen Kolleginnen und Kollegen des Gesundheitsausschusses für diesbezügliche Nachbesserungen im Krankenhausstrukturgesetz stark machen.
Die Leistungsverdichtung im Krankenhauswesen macht sich auch in einem weiteren Bereich bemerkbar. Laut Pflegedirektorin Jutta Berg ist die Bewerberzahl für die Krankenpflegeschule rückläufig. Unattraktive Arbeitszeiten , steigende Arbeitsbelastung bedingt durch immer kürzere Verweildauern und Zunahme von älteren Patienten mit komplexen Krankheitsbildern mit pflegeintensiver Betreuung sowie die Verdienstmöglichkeiten machen den Beruf für junge Menschen unattraktiv . Dem Vinzenz-Krankenhaus falle es immer schwere, freie Stellen Fachkompetent im Pflege und Funktionsbereich zu besetzen






Sitemap