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17. August 2016

Das wirkliche Landleben mitsamt eines Tornados erlebt

Anne-Sophie Krechting aus Maintal verbrachte auf Vermittlung des Abgeordneten Dr. Sascha Raabe ein Jahr in Texas
+Neue Freundschaften und unvergessliche Eindrücke: Die Maintalerin Anne-Sophie-Krechting zeigt dem Bundestagsabgeordneten Dr. Sascha Raabe ihr Fotoalbum aus Texas.

Hanau/Maintal. „Ein großartiges Jahr mit tollen Leuten und guten Erfahrungen“ heißt es im dicken Fotoordner von Anne-Sophie Krechting. Und das großartige Jahr in den USA nahm ein ungewöhnliches Ende: Ein Tornado zerstörte das Haus ihrer Gasteltern, sodass die Karl-Rehbein-Schülerin einige Tage früher als geplant zurückkehren musste. Die Teenagerin aus Maintal-Wachenbuchen weilte auf Vermittlung des SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Sascha Raabe im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms des Deutschen Bundes-tages, kurz PPP, für ein Jahr in Texas. „Es war echt super“, sprudelte es aus der 16-Jährigen heraus, als sie Raabe nun ihre Ein-drücke schilderte.
Big Spring, Howard County – rund 25.000 Einwohner, aber noch mehr Rinder und fast ebenso viele Bohrtürme. „In Big Spring gibt es kein Bling-Bling. Ich habe das wirkliche amerikanische Landleben erlebt“, erzählte Krechting. Bei den deutsch-stämmigen Hofackets lebte sie außerhalb auf einer kleinen Farm mit Schafen, Enten und Hühner, umringt von Weideflächen und Erdölfeldern. An-ne-Sophie entwurmte Schafe, wusch Trucks und verbrachte Zeit im kleinen Laden ihrer Gast-Oma, wo Farmer und Ölarbeiter sich Kaffee und ein Feierabend-Bier unter die Cowboyhüte kippten.
Ihren Schulalltag erlebte sie an der Forsan High School. Rund 200 Schüler und ein Schulpolizist. Das Sportangebot: Football für die Jungs sowie für alle Bowling, Rollschuhlaufen und Marching Band, in der Anne-Sophie eifrig mitmarschierte. Vieles unterschied sich vom Schullalltag in Hanau. In der Kantine habe es jeden Tag Bur-ger, Chicken Nuggets und Tex-Mex-Food sowie für das „Gesunde einen Alibi-Apfel gegeben“. Und es gab besondere Kurse wie das Schweißen, den Krechting mit Erfolg absolvierte. Von ihren Mitschülern wurde sie freundlich empfangen und die "Deutsche" war gleich sehr beliebt.
„Anne-Sophie ist eine weltoffene und selbstbewusste junge Frau, die in den USA eine sehr gute Botschafterin für Deutschland ab-gegeben hat“, freute sich Raabe, der es als Vorteil sieht, dass sie fernab der großen Städte „Einblicke in das texanische Landleben“ erhalten habe. Denn im ur-amerikanischen und extrem konservativen Texas erlebte Krechting auch das tiefe Misstrauen gegen-über Muslimen: „Obwohl es in Big Spring so gut wie keine gibt.“ In endlosen Diskussionen habe sie am Ende bewirkt, dass zumindest ihre Gast-Oma einräumte, dass sie vielleicht Recht habe und nicht alle Muslime schlecht seien. „Dann hast du ja auch politisch etwas bewirkt“, lobte Raabe mit einem Lächeln.
Für die Maintalerin steht im Blickpunkt erst einmal nun das Abitur, das sie in zwei Jahren an der Karl-Rehbein-Schule ableben will. Geblieben vom Jahr in Texas sind neue Freundschaften, unvergessliche Eindrücke mit dem Finale eines zerstörerischen Torna-dos mit faustgroßen Eisklumpen und die Cowboy-Boots, die sie von den Hofackets als Geburtstagsgeschenk erhalten hat.





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