Pressemitteilung:

05. März 2019

Ziel: Bund soll Brüder Grimm Festspiele unterstützen

OB Kaminsky und MdB Raabe werben für das „in Deutschland einmalige Kulturprojekt“

Hanau. Für Dr. Sascha Raabe sind sie ein „Leuchtturm, der weit über die Stadt hinaus erstrahlt“, für Oberbürgermeister Claus Kaminsky ein „bundesweiter Imageträger für Hanau“ – die Brüder Grimm Festspiele. Doch in Berlin ist das noch nicht so recht angekommen. Das soll sich jetzt ändern. Das Ziel lautet, Fördermittel des Bundes zu erhalten. Im Rathaus warben Hanaus OB, der Bundestagsabgeordnete und Inten-dant Frank-Lorenz Engel mit Leidenschaft in einem Gespräch mit Martin Rabanus, Sprecher für Kultur und Medien der SPD-Bundestagsfraktion, für das „besondere, in Deutschland einmalige Kulturprojekt“ (Kaminsky) - und trafen dabei auf offene Ohren.

Hanau null – Bad Hersfeld 300.000. So lautet aktuell das Ergebnis der Förderung vom Bund. Und auch in puncto Zuschuss durch das Land Hessen ist die Diskrepanz enorm: Hanau 55.000 Euro, Bad Hersfeld 770.000 Euro. Ein Zustand, der für die Politiker nicht nachvollziehbar ist. Die „herausragende Qualität“ der Brüder Grimm Festspiele, so Raabe, werde durch zahlreiche Auszeichnungen und hervorragende Kritiken dokumentiert. Das Spektakel im Amphitheater beschere Kultur für alle bei einem sehr niedrigen Eintrittspreisniveau, ergänzte Kaminsky: Zudem erhielten durch die Aufführungen viele Kinder erstmals Zugang zu Theater und Musical. „Die Brüder Grimm stehen für deutsche Kultur per se“, sagte Intendant Engel, der auf die Einzigartigkeit der Festspiele durch drei jährliche Uraufführungen mit den Dramatisierungen der Grimm-Stoffe, den Klassiker eines Grimm-Zeitgenossen, die Förderung junger Talente mit einem Jugendstück sowie die Gastspiele in Berlin und München verwies. „Wir brauchen jeden Euro, um die Festspiele weiterentwickeln zu können“, bilanzierte Kaminsky.
Der Bundestag hat 2019 zusätzliche Mittel für die Kultur- und Medienlandschaft in Höhe von 114 Millionen Euro bereitgestellt. „Es gibt genügend Ansatzpunkte für eine Förderung durch den Bund. Die Brüder Grimm Festspiele sind weit über die Grenzen Hessens bekannt und beliebt, auch die Förderung junger Schauspieltalente wird in Hanau groß geschrieben“, sagte Martin Rabanus. Ein dauerhafter Zuschuss sei aber erst mit dem Kulturetat 2020 denkbar. „Eventuell gibt es aber die Option einer einmaligen Investitionsförderung“, erklärte der südhessische SPD-Politiker.
Investitionsbedarf ist nach Angaben von Intendant Engel in allen Bereichen vorhanden: Das Equipment sei weitestgehend geliehen. Dringend bedarf es Mittel für die Erneuerung der Probebühnen sowie für die Anmietung von Lagerhallen für Möbel und Kostümfundus. Einem Großteil der handgefertigten Kostüme hätten die Motten den Garaus gemacht. Und bei einem Etat von 1,3 Millionen Euro – die Festspiele Bad Hersfeld verfügen über acht Millionen Euro – sei es nur möglich, den Schauspielern „eine Gage zu bezahlen, die knapp über dem untersten Rand liegt“. Auch bei der Vermarktung wolle man „mehr Gas geben“, sagte Oberbürgermeister Kaminsky und nannte als Beispiel die Anreise von Gästen aus Frankfurt per Schiff. Trotz stetig wachsenden Zuspruchs seien die Brüder Grimm Festspiele mit 81.398 Zuschauern anno 2018 „noch lange nicht am Ende angekommen“.
„Es wäre toll und mehr als gerechtfertigt, wenn die Brüder Grimm Festspiele durch eine Förderung durch den Bund weiter Auftrieb erhalten würden“, erklärte Raabe. Der Anspruch der Stadt Hanau, das Werk und Wirken der weltweit bekannten Märchensammler lebendig zu erhalten, soll in Berlin Anerkennung finden. Mit der Unterstützung von Raabe und Rabanus will Kaminsky die Weichen stellen.

Sitemap